Spreewald

Grüner Salon fährt ins Grüne!

Was für ein glücklicher Anlass! Am 20. September 2008, hat sich die Regionalgruppe Berlin entschieden, an einem sonnigen Herbstsamstag in den Spreewald und in die Lausitz zu fahren. Unser Glück war, das Stefan Heinz, den viele von uns kennen, als den Herrn des Jagdschlosses Grunewald, uns eingeladen hatte, um sein neues Tätigkeitsfeld kennen zu lernen.

Stefan hatte der Regionalgruppe vorgeschlagen mit ihm einen Tag in seinen neuen zu "Jagdgebieten" zu verbringen und seine Museen zu besuchen. Wir versammelten uns in der Fuggerstrasse und fuhren dann mit unseren Autos nach Lübbenau, wo wir von Stefan schon erwartet wurden.

Beim großen Spreewaldhafen trafen wir Steffen Franke, ein sehr angenehmer kräftiger junger Mann, der uns den ganzen Morgen begleitete und unseren liebevoll ausgestatteten Kahn (mit Plaids!) sehr gewandt durch die romantischen Wasserwege des Spreewalds stach. Stefan ist Vorstandsvorsitzender der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau & Umgebung und kennt das Gebiet wie kein Anderer. Er erzählte vieles über die Probleme der Abwanderung und die täglichen Sorgen der Menschen im Spreewald. Wir waren durchaus überrascht von der unglaublichen Schönheit und Ruhe des Spreewaldes. In Ledel zeigte Stefan Heinz uns "sein" Spreewälder Freilichtmuseum; unterstützt wurde er dabei von einer extra für uns in Tracht gekleideten Sorbin. Neben dem kargen bäuerlichen Leben lernten wir auch den Unterschied zwischen Sorben und Wenden kennen. Später haben wir dann sehr deftig und angenehm in einem am Wasser liegenden Restaurant zu Mittag gegessen.

Nach ca. 4 Stunden wurden wir zu den IBA-Terassen (Internationale Bauausstellung) in Großräschen geführt. Mit detaillierten Ausführungen erläuterte Stefan uns die neue Lausitzer Seenlandschaft und die Auswirkungen auf die gesamte Region. Das Ausstellungszentrum liegt unmittelbar am Rand der ehemalige Braunkohlengrube Meuro. Durch den Tagebau sind faszinierende Landschaften entstanden, die langsam mit Wasser (u.a. auch aus dem Erzgebirge) gefüllt werden. Sensationell und beeindruckend!

Anschließend ging es zur Renaissancefestung und zum Schloss Senftenberg. Hier ist Stefan ebenfalls Hausherr. Wir bekamen Einblicke in die Geschichte der Lausitzer Braunkohle sowie der Entwicklung von Senftenberg, das ab 1860 zum Verwaltungszentrum des gesamten ostdeutschen Braunkohlebergbaus wurde. Für einige unserer Reiseteilnehmer schlug das Herz höher, als es in den nachgebauten Bergwerksstollen ging; dunkle Ecken und enge Gänge ließen die seinerzeitige anstrengende Arbeit teilweise in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Fazit: Ein Treffen im Rahmen des Grünen Salons außerhalb vom Cum Laude kann durchaus erfolgreich und angenehm stattfinden!

Jan Boeles, RG Berlin