Die Person

Der Name des Verlegers Max Spohr steht für Weitsicht, Toleranz und Offenheit gegenüber menschlicher Sexualität zu einer Zeit, in der das moralische Klima geprägt war von Konservatismus und Chauvinismus. Geboren in der Buchstadt Leipzig, hat sich Max Spohr zeitlebens aktiv und auf vielfache Weise für die Emanzipation sexueller Minderheiten eingesetzt. Von 1893 an begann er als erster Verleger Bücher herauszubringen, die sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzten.

Insgesamt erschienen bei Spohr über 120 Publikationen zur gleichgeschlechtlichen Liebe in Form von wissenschaftlichen Werken wie auch Belletristik. Geleitet wurde Spohr dabei von dem Streben nach Aufklärung und einem vorurteilsfreien Umgang mit Homosexualität. Diese Überzeugung schlug sich auch nieder in seiner Zusammenarbeit mit dem Pionier der Homosexualitätsforschung, Magnus Hirschfeld. Am 15. Mai 1897 gründeten Spohr und Hirschfeld zusammen mit Eduard Oberg und Franz Joseph von Bülow in Berlin das wissenschaftlich-humanitäre Komitee, die weltweit erste Organisation für die Rechte Homosexueller.

Max Spohr setzte sich zeitlebens aktiv und auf vielfache Weise für die Emanzipation sexueller Minderheiten ein.

Spohr trug immer die persönlichen Konsequenzen seines verlegerischen Einsatzes für die Emanzipation von Homosexuellen – gesellschaftlich wie finanziell. So wurde er aufgrund der damals geltenden Zensurgesetze wegen der Verbreitung unzüchtiger Schriften wiederholt angezeigt und verurteilt und erlitt nicht zuletzt dadurch empfindliche wirtschaftliche Verluste. Spohr war jedoch überzeugt, dass "durch meinen Verlag noch nie ein unsittliches Werk Verbreitung fand, auch wenn ich den Mut besitze, Schriften zu veröffentlichen, die, wenn sie auch heikle Gegenstände berühren, lediglich der Menschheit zum Segen dienen."

Als Spohr 1905 in Leipzig starb, ehrten eine Reihe von Nachrufen sein Eintreten für Toleranz und Aufklärung. Er hinterließ eine Ehefrau und drei Söhne und war wohl selbst nicht homosexuell. Die treffendste Einschätzung seines Charakters hat in diesem Zusammenhang Magnus Hirschfeld gegeben: "Max Spohr gehörte zu denen, die den Glauben mancher Homosexueller, dass nur ein ähnlich Empfindender ihnen Gerechtigkeit widerfahren lassen könne, Lügen strafte."

Aufgrund der bewundernswerten Verdienste Max Spohrs sowie seines offenen Eintretens für das tolerante Umgehen mit sexueller Orientierung entschloss sich der Völklinger Kreis, einen Preis in seinem Namen zu stiften, der zum ersten Mal 2001 verliehen wurde. Die Emanzipation Homosexueller und der damit verbundene Abbau von Diskriminierung – für diese Ziele hat sich Max Spohr eingesetzt. Das prädestiniert ihn als Namensgeber des Max-Spohr-Preises, des schwulen Management-Preises zur Förderung von Diversity in Hinsicht auf sexuelle Orientierung.