50 Jahre Stonewall Riots: LGBTIQ noch immer nicht gleichgestellt

Anlässlich des 50. Jahrestags der Stonewall Riots in der Christopher Street in New York und der 25 Jahre, seitdem der §175 aus dem deutschen Strafrecht gestrichen ist, mahnt der Völklinger Kreis (VK), Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, sich nicht auf Erreichtem auszuruhen.

 

Alf Spröde, Vorstand für gesellschaftliche Vernetzung, setzt die beiden Anlässe in die diesjährige Kampagne zur Pride-Saison:

„Wir haben bewusst den Kampf von LGBTIQ gegen Diskriminierung in den Mittelpunkt gestellt. Vor 50 Jahren fand im Stonewall Inn eine Bewegung ihren Anfang. Die wichtigen Leistungen von Magnus Hirschfeld, Karl-Heinrich Ulrichs und Karl Maria Kertbeny waren damals fast vergessen, Homosexualität wurde von Politik und Bevölkerung verabscheut und geächtet, verfolgt und bestraft. Den mutigen Menschen, die sich damals gegen Polizeiwillkür gewandt haben, danken wir und erinnern mit unseren Pins und Bändern an sie.“

„Die Streichung des Diagnoseschlüssels in der WHO, Abschaffung der §175 in Westdeutschland und §151 in der DDR waren Meilensteine. Die Leistung der vielfältigen Gästeschar, der Unerwünschten und Verachteten, während der Riots, aber auch der unauffälligen, beharrlichen Aktiven in Deutschland soll nicht vergessen sein“, ergänzt Matthias Weber, Vorsitzender des Vorstands.

Und weiter: „Wir nehmen diese Jubiläen zum Anlass und als Bestärkung, weiter gegen Diskriminierung zu kämpfen. Außerhalb und innerhalb der der LGBTIQ-Community müssen wir kritisch und selbstkritisch zu sein. Unsere Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsweibern ist besonders wertvoll, sie fördert manche Vorurteile gegenüber Frauen zutage. So können wir gemeinsam daran arbeiten, diese zu widerlegen und abzubauen. Auch unsere Wahrnehmung als sehr weißer, deutscher Verband bietet Reibungsfläche und ist eine Chance für uns, sichtbar vielfältiger und besser zu werden.“

Um die Wertschätzung für die Vorkämpfenden aufrecht zu halten, verteilt der Verband Pins und Bändchen bei vielen Prides in Deutschland – etwa beim Cologne Pride am 6./7. Juli und beim lesbisch-schwulen Stadtfest in Berlin (20./21.Juli).

VK unterzeichnet #positivarbeiten

Deklaration für den diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben

Der Führungskräfteverband Völklinger Kreis (VK) gehört zu den Unterzeichnern der Deklaration #positivarbeiten. Mit der Unterzeichnung dieser Selbstverpflichtung setzt der VK als Arbeitgeber und als Berufsverband mit den anderen Unterzeichnern ein gemeinsames, starkes und solidarisches Zeichen für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positivem Menschen im Arbeitsleben.

Matthias Weber, Vorsitzender des VK, erklärt:

„Menschen mit HIV-Infektion verschweigen diese häufig im Arbeitsumfeld aus Angst vor Diskriminierung und Ausgrenzung. Dabei sind diese Menschen nachweislich genauso leistungsfähig wie ihre Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz. Der VK als Arbeitgeber und als Berufsverband sieht eine seiner Aufgaben darin, durch gezielte Aufklärung bei den eigenen Mitgliedern, in Unternehmen und ihren Beschäftigten, zu einer wertschätzenden und diskriminierungsfreien Arbeitskultur beizutragen. Deshalb war für den VK-Vorstand die Unterzeichnung dieser Deklaration #positivarbeiten selbstverständlich.“

Europa steht für Vielfalt, lasst uns diese Vielfalt gestalten!

Der VK unterstützt den Wahlaufruf des Dachverbands Deutscher Führungskräfteverbände (ULA).

Darin heißt es: „Gerade für die Führungskräfte ist ein starkes Europa von Interesse. Der EU-Binnenmarkt sorgt für Wohlstand und Wachstum; er ermöglicht Investitionen und sichert Arbeitsplätze. Die Mitgliedstaaten sollten in Wirtschaftsfragen mit einer Stimme und einer starken Währung auftreten. Der EU-Binnenmarkt ist derzeit der größte gemeinsame Wirtschaftsraum der Welt. In Zeiten großer Herausforderungen für die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen alle, Politiker wie Bürger, ihr Verhältnis zur EU überdenken. Ein Projekt Europa kann nur dann Erfolg haben, wenn alle einen fairen Beitrag leisten.“

Matthias Weber, Vorsitzender des Vorstands im Berufsverband Völklinger Kreis e. V. (VK) erklärt:

„Viele Erfolge der deutschen LGBTI-Bewegung wurden durch Europa und seine fortschrittliche Gesetzgebung überhaupt möglich. In Deutschland verdanken wir der EU wichtige Vorarbeit: Vom Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) über die Gleichstellung der Lebenspartnerschaften bis zur ‚Ehe für Alle‘. Diese Gesetzgebung hat den Rahmen für die wachsende Akzeptanz und Sichtbarkeit von LGBTI-Führungskräften in der Arbeitswelt gestellt.“

Michael Ahr, Vorstand Internationales, ergänzt:

„Die Europäische Union ist das Fundament für Frieden und Freiheit in Europa. Sie sichert uns die Möglichkeit eines selbständigen Lebens, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder unserer sexuellen Orientierung. Sie unterstützt Minderheiten, die im nationalen Parteigeplänkel sonst untergehen. Europa stärken heißt die Freiheit stärken. Daran arbeiten wir als VK mit unseren internationalen Partnerverbänden.“

 

DiverseCity in Essen und Dortmund wieder großer Erfolg

Vor zehn Jahren legte der Völklinger Kreis – Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger – (VK) den Grundstein für einen großen Erfolg. Der Erfolg heißt DiverseCity und die Veranstaltung fand am Mittwoch zum dritten Mal in Essen statt, heute zum achten Mal in Dortmund.

Damit erreicht der VK mit seinen Veranstaltungspartnern (allen voran die Städte Essen und Dortmund, thyssenkrupp, innogy und INQA) über fünfhundert Teilnehmer_innen aus dem Ruhrpott und Umgebung innerhalb einer Woche.

Den Veranstaltungen „Essen seine Vielfalt“ und „Erlebe Vielfalt!“ ist eines gemein: die Vielfalt in Programm und Ablauf. Lagen in Essen die Schwerpunkte auf der Unverzichtbarkeit menschlicher Vielfalt im Zeitalter der künstlichen Intelligenz (Vortrag Dr. Henning Beck) beschäftigte sich Dortmund unter anderem mit Intersektionalität und Selbstbestimmung (Rede Janis McDavid).

Das abwechslungsreiche Programm umfasst bei beiden Veranstaltungen Input von wissenschaftlichen Koryphäen, Diskussionen mit regionalen Praktiker_innen, persönlichen Austausch von Konzern bis Mittelstand.

Matthias Weber, Vorsitzender des Vorstands im VK und verantwortlich für DiverseCity, sieht den Erfolg nicht als Ruhekissen:

„Gerade der heutige Tag, der 17.5., ist ein Mahnmal für die vergangene Diskriminierung schwuler Männer – stellvertretend für alle anderen Diskriminierungen.“ Welchen Wert Vielfalt am Arbeitsplatz hat, sehe man bei DiverseCity, so Weber weiter.

„Wir denken Vielfalt ganzheitlich. Wir müssen politisch und persönlich wachsam bleiben. Diskriminierung zu erkennen und dagegen aufzustehen falle manchmal schwer, wenn man selbst nicht betroffen ist“, warnt Weber. „Mit unserer ganzheitlichen Veranstaltungsreihe schärfen wir Verständnis uns Sensibilität füreinander. Mit einer solchen authentischen Empathie können wir den Arbeitsplatz diskriminierungsfrei für alle machen. Ich freue mich auf die weiteren DiverseCities des Jahres, zum Beispiel in Bonn.“

Gleichzeitig war der VK zum „EU Diversity Charters’ Annual Forum“ der EU Kommission geladen, um in einer Keynote zum Thema „More Diversity in the Top – Can We Overcome the Challenge ” für mehr Rolemodels im Topmanagement zu werben, die offen für Diversität sowohl im eigenen Unternehmen, als auch in den Top-Management-Ebenen stehen.”

Zum Tag gegen Homo-, Bi-, und Transphobie: Vielfalt ist der Schlüssel zur Digitalisierung

„Der internationale Tag gegen Homo- Trans*- Bi- und Interphobie (IDAHOBIT) am 17. Mai ist Chance und Verpflichtung für die deutsche Wirtschaft“, erklärt Matthias Weber, Vorsitzender des Berufsverbands Völklinger Kreis, der schwule Führungskräfte und Selbständige vertritt.

„Gelebte Vielfalt und Diversität eröffnen Unternehmen neue Möglichkeiten, schaffen Raum für Innovation und Fortschritt.“

Gerade bei Jugendlichen, Schüler_innen und vor allen Dingen bei jungen Menschen in der Berufsausbildung gibt es in der Schule und am Arbeitsplatz Ausgrenzung und Benachteiligung.

„Herablassende Sprüche im Job sind auch heute noch Realität für viele schwule, bi- und transsexuelle Männer. Zu viele verstecken deshalb Teile ihrer Identität oder verstellen sich noch, wie wir aus den Biographien unseres großen Netzwerks wissen“, fasst Matthias Weber zusammen.

„Um Homo- und Transfeindlichkeit im Beruf abzubauen, braucht es eine Strategie für die Wertschätzung von Vielfalt in den Unternehmen und gelebten Respekt für alle Mitarbeitenden eines Unternehmens.“

Mitarbeitende verschiedenen Alters, Geschlechts, Herkunft, Behinderung, Religion, sexueller Orientierung und Identität machten den größten Wert eines Unternehmens aus. Dies gelte es, vor allen Dingen am IDAHOBIT, nochmals in den Vordergrund zu stellen und darauf hinzuweisen, dass längst nicht Gleichberechtigung erreicht sei.

Weber sieht vor allem die Arbeitgeber in der Pflicht, Orte ohne Diskriminierung zu schaffen.

„Für eine ständig und schnell veränderte, international vernetzte Arbeitswelt braucht man unterschiedliche Köpfe, die zusammenarbeiten und ein Klima des gegenseitigen Respekts, um für neue, junge, kreative Mitarbeitende attraktiv zu sein.“ Dies gelte gerade auch für mittelständische Unternehmen.

Alf Spröde, VK-Vorstand für Politik, ergänzt die rechtlichen Forderungen:

„Die Rechte für LGBTI sollten dauerhaft durch die Ergänzung des Artikels 3 im Grundgesetz festgeschrieben werden. Besonders im Transsexuellen-Recht hat die Bundesregierung allerdings selbst noch Nachholbedarf. Der aktuelle Entwurf widerspricht dem Recht auf Selbstbestimmung jedes Menschen. Dieses Gesetz ist eine Blamage.“

Keinen Raum für Intoleranz

Völklinger Kreis positioniert sich eindeutig und unmissverständlich gegen jede Form von Extremismus. Mitglieder im VK übernehmen diese Verantwortung.

Der Völklinger Kreis (VK), Bundesverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, setzt ein starkes Signal für Diversität, Wertschätzung und Respekt im Arbeitsumfeld der Zukunft. Dazu verabschiedete der Regionalrat des VK, das Gremium, das über 40 Regional- und Fachgruppen des Berufsverbands vertritt, am vergangenen Samstag eine Resolution, die zum wertschätzenden Umgang aller Menschen in allen Berufsfeldern, in der LGBTIQ*-Community und in der Gesellschaft aufruft.

„In Zeiten einer sich sehr stark polarisierenden und zum Teil gespaltenen Gesellschaft, dem Aufkommen offen rechtsnationaler Tendenzen sowie homophober und anderer menschenverachtender Aktionen setzen wir uns bewusst für ein friedliches, respektvolles und den Anderen achtendes Miteinander aller Menschen ein“, erklärt dazu Matthias Weber, Vorsitzender des Vorstands des VK.

„Mit der Resolution verpflichten wir alle Verbandsgremien und unsere Mitglieder, diese Ziele verantwortungsvoll zu übernehmen und zu leben“, führt Markus Erlenbruch, Sprecher des Regionalrats im VK aus. „Wir fordern darüber hinaus unsere Mitglieder auf, einem möglichen Backlash in der Gesellschaft entgegenzutreten. Der VK will Brücken bauen und steht für eine freie, wertschätzende und integrative Gesellschaft und damit für ein zukunftsfähiges Arbeitsumfeld.“

Mitglieder von Organisationen, die die Ziele des VK ganz oder teilweise in Frage stellen, müssen insbesondere durch ihr persönliches Handeln, Verhalten und Engagement sicherstellen, dass sie offen und eindeutig hinter den Zielen des Verbands stehen und sich glaubhaft von widerstreitenden Aussagen dieser Organisationen distanzieren.

„Wir haben diese Resolution sehr weit gefasst“, erklärt Weber, „da wir uns gegen jedwede Homophobie und jedweden Extremismus wenden, diesen nicht allein an einer konkreten Organisation festmachen wollen.“

Erlenbruch über die Konsequenzen der Resolution: „Wir werden auf die Einhaltung dieser Resolution einen starken Fokus setzen und erarbeiten derzeit einen weitergehenden Ehrenkodex für unsere Mitglieder.“

„Vielfalt und Wertschätzung sind für den Völklinger Kreis unverhandelbare Grundsätze“ – Der Völklinger Kreis wählt neuen Vorstand.

Der neue Vorstand des VK: (vlnr) Alf Spröde, Oliver Kühn, Martin Theobald, Christoph te Heesen, Matthias Weber, Sebastian Straub, Michael Ahr

„Vielfalt und wertschätzender Umgang aller Menschen in allen Berufsfeldern, in der LSBTI-Community und in unserer Gesellschaft sind unverhandelbare Grundsätze für den Völklinger Kreis“ erklärte Matthias Weber, Vorsitzender des Vorstandes des Völklinger Kreis (Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, „VK“) nach seiner Wahl auf der gestrigen Mitgliederversammlung des Verbands in Hamburg.

„Der VK setzt sich für ein vielfältiges, wertschätzendes Miteinander in der Berufswelt und der Gesellschaft ein – und dies in Deutschland und in Europa. Nur wer sich diese gesellschaftlichen Grundlagen zu eigen macht, ist für die Zukunft gewappnet und schafft somit die nötigen Rahmenbedingungen für ein attraktives Arbeits- und Lebensumfeld. Die Mitglieder des VK übernehmen diese Verantwortung“, so der neue Vorsitzende, selbst Manager in einer deutschen Großbank und im VK verantwortlich für das Ressort Diversity.

Vor dem Hintergrund des in der vergangenen Woche im Bundestag eingebrachten Antrags der AfD zur Abschaffung der „Ehe für Alle“ betonte der im Amt bestätigte Politikvorstand Alf Spröde:

„Wir erleben derzeit in Deutschland und Europa einen Rollback insbesondere auch bei den LSBTI-Rechten. Abgrenzung, Abschottung und Ausgrenzungen haben zunehmend Konjunktur. Angesichts dieser gesellschaftlich wachsenden Akzeptanz populistischer Tendenzen ist es angezeigt, ein klares Bekenntnis abzugeben. Für die Mitglieder des VK sind Rassismus, Homo- und Transphobie sowie jegliche Minderheiten diskriminierende Tendenzen mit den gelebten Werten und Überzeugungen unseres Berufsverbands nicht vereinbar.“

In Hamburg wählten die Mitglieder des Verbands für die kommenden zwei Jahre einen neuen Vorstand – mit Matthias Weber als neuem Vorsitzenden, seinen Stellvertretern Oliver Kühn und Alf Spröde sowie Michael Ahr, Sebastian Straub, Christoph te Heesen und Martin Theobald als weiteren Vorstandsmitgliedern.

Führungskräfte heiraten und Diskriminierung sinkt: Andere Aufgaben bleiben akut.

Der Völklinger Kreis, Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, hat sich über Jahre für die Öffnung der Ehe eingesetzt. „Dieser Kampf war lange aber aller Mühen wert. Viele unserer Mitglieder haben im letzten Jahr die Chance genutzt und ‚upgegradet‘. Manche hatten auch ihre Partnerschaft ohne ‚zweitklassigen Trauschein‘ belassen, bis es wirkliche Gleichberechtigung im Gesetz gab und jetzt geheiratet“, fasst Politik-Vorstand Alf Spröde die Wirkung auf die Verbandsmitglieder zusammen.

Der Vorsitzende Michael Kauch ergänzt: „Die rechtliche Diskriminierung, gerade bei Auslandseinsatz einer Führungskraft, konnte dadurch gemindert werden. Denn manche Länder erkennen nur die Ehe, aber nicht die eingetragene Lebenspartnerschaft an – mit Auswirkungen auf den Familiennachzug. Außerdem hat die Ehe für Alle einen wichtigen Effekt auch im Beruf im Inland: die Angabe des Familienstandes bedeutet nach der Ehe für Alle kein Zwangs-Outing mehr .“

Diversity-Vorstand Matthias Weber zeigt auf, dass dieser wichtige Schritt eine Jahresfeier wert, das Ziel der vollständigen Akzeptanz und Anerkennung aber bei Weitem noch nicht erreicht sei. „Ein Drittel der homo- und transsexuellen Beschäftigten ist am Arbeitsplatz nicht geoutet, bei Führungskräften ist der Anteil noch deutlich größer“ zitiert er aktuelle Studien aus Deutschland.

„Häufig berichten Homosexuelle über ihr Empfinden der sogenannten ‚gläsernen Decke‘. Zu viele gehen nicht den Schritt eines vollständigen beruflichen Coming-Outs, wegen der Sorge, aufgrund der sexuellen Identität bewertet zu werden und eben nicht aufgrund von Leistung und Führungseigenschaften. Aktives, ganzheitliches Diversity Management hilft dabei, Vorurteile und letztlich diese Sorgen abzubauen. Es ist ein wirksames Instrument zum Wohl sowohl der Unternehmen als auch aller Mitarbeitenden.“

Der Berufsverband werde daher weiter mit den bewährten Projekten DiverseCity, dem Max-Spohr-Preis und weiteren Formaten im Gespräch mit Politik und Arbeitgebern bleiben, um diese von den Vorteilen einer wertgeschätzten Vielfalt zu überzeugen.

Zum Tag gegen Homo- und Transphobie: Auch die Wirtschaft ist gefordert

„Der internationale Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai ist auch eine Verpflichtung für die deutsche Wirtschaft“, so Michael Kauch, Vorsitzender des Berufsverbandes Völklinger Kreis, der schwule Führungskräfte und Selbständige vertritt.

„Ob in Schule, Ausbildung oder Beruf – herablassende Sprüche oder Benachteiligungen im Job sind auch heute noch Realität für viele schwule Männer. Um Homo- und Transfeindlichkeit im Beruf abzubauen, braucht man eine Strategie für die Wertschätzung von Vielfalt in den Unternehmen.“

Alf Spröde, VK-Vorstand für Politik, ergänzt die rechtlichen Forderungen:

„Mit der Öffnung der Ehe wurde letztes Jahr eine wichtige und langjährige Forderung des VK erfüllt. Die Gleichstellung sollte noch dauerhaft durch die Ergänzung des Artikels 3 im Grundgesetz festgeschrieben werden. Außerdem müssen die Privilegien der Kirchen im Arbeitsrecht entfallen. Sie haben bis heute die Möglichkeit, Menschen nur wegen ihrer Homosexualität zu entlassen. Das betrifft nicht nur den sogenannten Verkündigungsbereich, sondern auch soziale Einrichtungen der Kirchen, die mit Steuermitteln bezuschusst werden – etwa Kindergärten und Krankenhäuser.“

Alf Spröde sieht neben diesen Herausforderungen auch Fortschritte in den vergangenen Jahren:

„Viele Arbeitgeber nehmen diese Pflicht ernst, bilden ihre Führungskräfte in Deeskalation aus und bieten Anlaufstellen bei homosexuellenfeindlichem und transphobem Mobbing. Doch auch wir als Führungskräfte sind selbst gefordert. Wir müssen ein Klima ohne Diskriminierung schaffen, nicht nur aufgrund der sexuellen Identität und Orientierung. Wir brauchen Rückendeckung nicht nur vom Arbeitgeber, auch die Politik und Regierung müssen an den Voraussetzungen arbeiten. Die Verankerung des personalstrategischen Konzepts Diversity Management ist in Großunternehmen und Konzernen gut gelungen, diese haben die Vorteile erkannt. Der Mittelstand braucht indes Angebote, die niedrigschwellig und für jede Unternehmensgröße passend sind. Dazu müssen Verbände, Kammern und Ministerien an einem Strang ziehen.“

Michael Kauch (51) ist Vorsitzender des Völklinger Kreises. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete ist als selbständiger Unternehmensberater insbesondere für Unternehmen der Medizintechnik tätig. Alf Spröde (52) war selbst bis vor wenigen Jahren als katholischer Priester im Erzbistum Köln tätig. Heute arbeitet er als Coach und Berater im Trainingsinstitut eines Kommunalverbandes.

Diskriminierung von Lesben und Schwulen in kirchlichen Einrichtungen beenden

Der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, Völklinger Kreis, kritisiert anlässlich des heute beginnenden Katholikentages das „Sonderrecht auf Diskriminierung“ in kirchlichen Kitas, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

„Schluss mit der Diskriminierung von lesbischen und schwulen Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen!“, das fordert Alf Spröde, Politik-Vorstand des Völklinger Kreises anlässlich des beginnenden Katholikentages.

Der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger fordert ein Ende der Ausnahmen für die Kirchen beim Kündigungs- und Diskriminierungsschutz sowie im Betriebsverfassungsgesetz.

„Es ist in Ordnung, wenn Kirchen im Bereich der religiösen Verkündigung Sonderrechte haben – wie andere Tendenzbetriebe auch. Unerträglich ist es aber, wenn Beschäftigte in Kindergärten, Pflegeheimen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft wegen ihrer sexuellen Orientierung gekündigt oder benachteiligt werden dürfen. Insbesondere die katholische Kirche missbraucht weiterhin ihre Privilegien als Trägerin dieser Sozialunternehmen, obwohl deren Einnahmen zum größten Teil aus staatlichen Sozialabgaben und Steuern stammen und nur zu geringsten Teilen aus kircheneigenen Mitteln“, kritisiert Alf Spröde.

Alf Spröde (Jahrgang 1965) war selbst bis vor wenigen Jahren als katholischer Priester im Erzbistum Köln tätig. Heute arbeitet er als Coach und Berater im Trainingsinstitut eines Kommunalverbandes.