Koalitionsverhandlungen: Schwule Führungskräfte fordern Maßnahmen für Chancengleichheit in der Arbeitswelt

„Die Koalitionsverhandlungen müssen anders als die Sondierungen die weitere Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender zum Thema haben“, fordert Michael Kauch, Vorsitzender des Berufsverbandes Völklinger Kreis (VK), der schwule Führungskräfte und Selbständige vertritt.

„Das gilt gerade im Blick auf die Arbeitswelt. Deutschland wird menschlicher und produktiver, wenn Vielfalt im Beruf Wertschätzung statt Diskriminierung erfährt. Hier ist auch der Staat gefordert. Mit der Ehe für alle sind diese Themen nicht abgeräumt.“ 

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen müssen beim Diversity Management unterstützt werden. Zuständig sollten Wirtschafts- und Arbeitsministerium sein.  Der Staat ist zudem unmittelbar als Arbeitgeber gefordert.

„Die Bundesregierung sollte insbesondere die vorbildlichen Maßnahmen des Bundesministeriums der Verteidigung in Sachen Vielfalt und Chancengleichheit auf alle Sicherheitskräfte des Bundes ausweiten“, so Michael Kauch. All das gehöre in einen Nationalen Aktionsplan mit konkreten nachprüfbaren Maßnahmen.

Weiter müssen die sexuelle Orientierung und das Alter in den Nicht-Diskriminierungskatalog des Artikels 3 des Grundgesetzes aufgenommen werden – so wie es in der europäischen Grundrechte-Charta festgelegt ist.

„Das ist für den VK wichtig, da so eine auf Gleichstellung ausgerichtete Rechtsprechung auf Dauer gesichert wäre. Das Rad der Geschichte kann dann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Hier muss die SPD ihre Versprechen vor der Wahl einlösen“, erläutert Alf Spröde, Politik-Vorstand des VK.

„Und schließlich gehören die ungerechtfertigten Benachteiligungen der Beschäftigten kirchlicher Einrichtungen auf den Prüfstand. Gerade Lesben und Schwule erfahren Nachteile bis hin zur Kündigung durch die Privilegien der Religionsgemeinschaften im Arbeitsrecht“, so Alf Spröde.

Der VK fordert, sozialen Unternehmen der Kirchen außerhalb des Verkündigungsbereichs das Recht zu nehmen, Betriebsräte zu verhindern und Beschäftigte wegen Homosexualität zu entlassen oder zu benachteiligen.

Ganzheitliches Diversity Management kann Lohn-Nachteile für Schwule und Bisexuelle verringern

„Aktives und ganzheitliches Diversity Management kann den vom DIW festgestellten Lohn-Unterschied zwischen homo- und heterosexuellen Männern verringern“, erklärt Michael Kauch, Vorsitzender des Völklinger Kreises.

Der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger bezieht sich dabei auf das sozioökonomische Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, nachdem die befragten homo- und bisexuellen Männer niedrigere Stundenlöhne erzielen als die befragten heterosexuellen Männer.

Lohn-Unterschiede können zum einen aus einer unterschiedlichen Berufswahl erwachsen. So sind die befragten schwulen und bisexuellen Männer unterdurchschnittlich im öffentlichen Dienst und im gut zahlenden produzierenden Gewerbe tätig. Dies kann mit einer Unternehmenskultur in manchen dieser Branchen zu tun haben, die nicht ausreichend auf Vielfalt setzt. „Das schreckt den schwulen Berufsnachwuchs ab“, so Kauch.

Außerdem entstehen Lohn-Unterschiede durch schlechtere Aufstiegschancen. Andere Studien zeigen, wie wichtig es hierfür ist, offen mit seiner sexuellen Orientierung umzugehen und dafür auch Wertschätzung zu erfahren. „Dies ist ein zentraler Ansatzpunkt von Diversity Management, dem sich die Personalentwicklung von Unternehmen und Verwaltungen stellen muss“, betont der VK-Vorsitzende.

Der VK weist allerdings auch darauf hin, dass die Studie ein deutliches Verzerrungspotenzial aufweist: der Anteil der homo- und bisexuellen Befragten beträgt nur etwa 1 Prozent des Panels, während die Schätzung des Bevölkerungsanteils bei 5 bis 10 Prozent liegt.

Vermutlich ist die Befragungsmethode nicht optimal, um eine offene Beantwortung durch die Befragten sicherzustellen.

Dies wird dadurch gestützt, dass gerade jüngere Befragte deutlich häufiger angeben, homo- oder bisexuell zu sein als ältere. Das Durchschnittsalter der befragten Homo- und Bisexuellen liegt dadurch zehn Jahre unter dem der Heterosexuellen – was Auswirkungen auf die gemessenen Stundenlöhne haben dürfte. Zudem ist die Frage nach der sexuellen Orientierung in den Kontext einer Partnerschaft gestellt, was zu weiteren Verzerrungen führen kann.

Die Studie kann somit Tendenzen verdeutlichen, ist aber vorsichtig zu interpretieren. Dies macht den weiteren Forschungsbedarf deutlich. Michael Kauch:

„Wir regen daher an, hier auch von der öffentlichen Hand Forschungsprojekte zu unterstützen. Nur so bekommen wir ein valides Bild der Realität, auf dessen Grundlage dann die richtigen Maßnahmen ergriffen werden können.“

Diversity Management konsequent vorantreiben – Auch gesetzliche Anpassungen erforderlich

Licht und Schatten, so fasst der Vorsitzende des Völklinger Kreises, Michael Kauch, die heute vorgelegte „Out im Office“-Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und des Instituts für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA) zusammen.

Während immer mehr Lesben und Schwule am Arbeitsplatz offen mit ihrer Identität umgehen, betrifft das Versteckspiel im Betrieb die deutliche Mehrheit von bisexuellen und transgeschlechtlichen Beschäftigten.

„Den Handlungsbedarf zeigt vor allem eine Zahl: drei von vier Befragten haben bereits Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt“, so Michael Kauch.

„Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Diversity Management in den Unternehmen gelebt wird – nicht nur in Stabsstellen, sondern auf allen Führungsebenen. Außerdem müssen Strategien für die Wertschätzung von Vielfalt auch im Mittelstand ankommen. Hier stehen auch die Bundesministerien für Wirtschaft und Arbeit in der Verantwortung, dies durch Dialoge zum Erfahrungsaustausch voranzubringen“

Zudem müsse der öffentliche Dienst eine Vorbildfunktion übernehmen. „Auch gesetzliche Regelungen sind anzupassen. Das Beauftragtenwesen im öffentlichen Dienst muss besser koordiniert werden und braucht ein gemeinsames Dach für das Diversity Management. Außerdem müssen die Privilegien im Arbeitsrecht und im Betriebsverfassungsgesetz für Unternehmen im Eigentum der Kirchen entfallen – das Recht zur Diskriminierung von Beschäftigten und ein Rabatt bei der Mitbestimmung sind etwa für kirchliche Krankenhäuser nicht länger hinnehmbar“, ergänzt der Vorsitzende des Völklinger Kreis.

Link zur Studie: http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/2017/20170719_PK_Out_im_Office.html

Ehe für alle durch den Bundesrat – Es bleibt noch viel zu tun

Die Ehe für alle und die Entschädigung der Opfer des § 175 haben heute den Bundesrat passiert.

„Vorbehaltlich der Unterschrift des Bundespräsidenten sind damit zwei wichtige berufspolitische Ziele des Völklinger Kreises erreicht: das Ende des Zwangsoutings im Beruf durch die Lebenspartnerschaft und die Entschädigung für den Schaden, den der §175 StGB auch für die Karrieren von schwulen Führungskräften bedeutet hat“, so VK-Vorsitzender Michael Kauch.

Damit sei aber die berufspolitische Arbeit des Völklinger Kreises (VK) nicht vorbei, so Kauch:

„Die Gleichstellung sollte dauerhaft durch eine die Ergänzung des Artikels 3 im Grundgesetz festgeschrieben werden. Außerdem müssen die Privilegien der Kirchen im Arbeitsrecht entfallen. Sie haben bis heute die Möglichkeit, Menschen nur wegen ihrer Homosexualität zu entlassen. Das betrifft nicht nur den sogenannten Verkündigungsbereich, sondern auch soziale Einrichtungen der Kirchen, die mit Steuermitteln bezuschusst werden – etwa Kindergärten und Krankenhäuser.“

Außerdem werde der VK seinen Einsatz für ein ganzheitliches Diversity Management in Wirtschaft und Verwaltungen verstärken.

„Als Berufsverband von schwulen Führungskräften und Selbständigen treten wir für gute Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit im Beruf ein. Damit dies am Arbeitsplatz, bei der Karriere und in Kundenbeziehungen Realität wird, bauen wir unsere Diversity-Projekte aus. Das gilt in besonderem Maße für unsere regionalen DiverseCity-Konferenzen, bei denen wir große Unternehmen, Verwaltungen, Kammern und Mittelstand mit Experten und VK-Mitgliedern in Dialog bringen. Diese Veranstaltungsreihe weiten wir in den nächsten Jahren bundesweit aus.“

Öffnung der Ehe: Ende des Zwangsoutings im Berufsleben

Der Völklinger Kreis (VK) freut sich über die große Mehrheit, die die Ehe für alle heute im Bundestag erhalten hat.

„Das Votum ist ein starkes Signal für Gleichbehandlung auch im Berufsleben. Als Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger begrüßen wir das Ende des Zwangsoutings im Job, das mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft verbunden war“, erklärt der Politik-Vorstand des VK, Alf Spröde.

„Auch für international tätige Fach- und Führungskräfte ist die heutige Entscheidung eine große Erleichterung. Denn eine Aufenthaltserlaubnis für den Partner ist mit der Ehe-Öffnung kein Problem mehr, wenn man etwa in den USA eine Berufstätigkeit aufnehmen möchte.“

100% gleich – auch im Job! – Kampagne des Berufsverbandes Völklinger Kreis

Trotz Fortschritten in den letzten Jahrzehnten ist die eigene sexuelle Identität für viel zu viele homosexuelle Menschen immer noch ein Karrierehemmnis, Grund für Diskriminierung am Arbeitsplatz oder Anlass zum Versteckspiel im Betrieb oder gegenüber Kunden.

Der Völklinger Kreis (VK) als Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger weist mit seiner diesjährigen Kampagne „100% gleich – auch im Job!“ öffentlich auf die berufliche Ungleichbehandlung hin und setzt sich für ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld ein.

„Gerade der morgige Gedenktag an den Start der modernen homosexuellen Emanzipationsbewegung in der New Yorker Christopher Street ist unser Auftakt dafür“, so VK-Vorstandsmitglied und Kampagnenleiter Alf Spröde.

Der Berufsverband, der in bundesweit 22 Regionalgruppen und 16 Fachgruppen organisiert ist, steht auf den verschiedenen CSD-Straßenfesten als kompetenter Ansprechpartner zum ganzheitlichem Diversity Management bereit.  Der VK informiert die Besucher über Möglichkeiten, Vorurteile am Arbeitsplatz abzubauen und Wertschätzung zu fördern. Außerdem macht er auf die berufspolitischen Forderungen aufmerksam.

Michael Kauch (1. links) und Alf Spröde (2.v.r.) – Der Vorstand des Völklinger Kreises

„Vermeintlich allgemeinpolitische Fragen sind im Kern auch entscheidend für den Beruf – etwa die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Denn das Eingehen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft führt zu einem Zwangsouting beim Arbeitgeber. Das kann auch heute noch zu negativen Konsequenzen führen – bei Arbeitgebern in kirchlicher Trägerschaft bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes“, so Michael Kauch, Vorsitzender des Völklinger Kreises.

„Außerdem erschwert die bisherige Rechtslage die Arbeitsaufnahme im Nicht EU-Ausland. Dort, wo die Ehe für alle besteht, wird die Lebenspartnerschaft oft nicht anerkannt, um eine Aufenthaltsgenehmigung auch für den Partner zu bekommen  – so in den USA.“

Darüber hinaus setzt sich der VK vor allem für Diversity Management in Unternehmen und Verwaltungen ein. VK-Vorstand Alf Spröde:

„Als allererstes ist die Politik ist gefordert, wenn der Staat auch Arbeitgeber ist. Diversity Management bei öffentlichen Arbeitgebern zu stärken ist genauso wichtig, wie Diskriminierungen bei privaten Arbeitgebern abzubauen.“ Spröde fordert auch weitere rechtliche Änderungen: „Die Ausnahmen für konfessionell geprägte Arbeitgeber in Arbeitsrecht und Betriebsverfassungsgesetz sollten abgeschafft werden. Zudem möchten wir schwule Führungskräfte die Gleichbehandlung im Recht langfristig absichern, indem die sexuelle Ausrichtung in den Gleichbehandlungskatalog des Artikels 3 des Grundgesetzes aufgenommen wird.“

Alle Forderungen und Termine unter: https://www.vk-online.de/news.html

Schwule Führungskräfte begrüßen Gesetzentwurf zur Entschädigung der Opfer des Paragraphen 175

Der Völklinger Kreis (VK) begrüßt, dass das Kabinett heute endlich den Gesetzentwurf zur Rehabilitation und Entschädigung der Opfer des Paragraphen 175 beschlossen hat.

„Notwendig ist nun ein zügiges parlamentarisches Verfahren, das noch offen für Verbesserungen sein sollte“, erklärt VK-Vorstandsmitglied Alf Spröde für den Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger.

Für viele Betroffene sei nicht nur durch die Verurteilung selbst, sondern auch durch die dauernde Angst vor Verfolgung das Leben zur Qual geworden. Spröde ergänzt: „Diese Menschen haben oft nicht die Karriere gemacht, die sie machen wollten. Die ständige Angst sich zu exponieren, erkannt zu werden, hat zu Existenzen im Schatten geführt. Oft sind Homosexuelle nicht verhaftet worden, haben aber dennoch heute weniger zum Leben als sie es sich eigentlich hätten erarbeiten können. Viele leben heute in Einsamkeit und relativer Armut. Deshalb ist es für uns wichtig, dass die Entschädigung auch als Rente ausgezahlt werden kann und die Auszahlung nicht auf Altersrente und Sozialleistungen angerechnet wird.“

Stiftung PROUT AT WORK und der Völklinger Kreis vertiefen die Zusammenarbeit

VK-Vorstand Matthias Weber als neuer Beirat der Stiftung gewählt, Albert Kehrer bereichert Max-Spohr-Jury

Heute wurde der stellvertretende Vorsitzende des Völklinger Kreises (VK), Matthias Weber, in den Beirat der Stiftung PROUT AT WORK gewählt. Deren Vorstände, Albert Kehrer und Dr. Jean-Luc Vey, freuen sich über die intensivere Zusammenarbeit:

„VK und PROUT AT WORK ergänzen sich gut in ihren Zielsetzungen und können aus der Zusammenarbeit Synergien schaffen – ob bei gemeinsamen Auftritten bei öffentlichen Veranstaltungen, gegenseitiger Unterstützung bei Projekten oder beim Teilen von Knowhow.“

VK-Vorstand Matthias Weber kündigte zudem an, Albert Kehrer in die Jury des Max-Spohr-Preises des Völklinger Kreises zu berufen.

„Als Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger werden wir unseren etablierten Diversity-Preis 2018 erneut ausschreiben. Dafür freuen wir uns auf den fachlichen Input von PROUT AT WORK.“

Albert Kehrer, geschäftsführender Vorstand der PROUT AT WORK-Foundation sieht der Zusammenarbeit positiv entgegen. „Während gerade große Unternehmen mit eigenen LGBTIQ-Netzwerken als Stifter bei uns organisiert sind, sind die Führungskräfte im VK sowohl in größeren als auch kleinen und mittleren Unternehmen tätig. So erreichen wir gemeinsam die Breite der deutschen Wirtschaft, um Veränderungen in den Unternehmen anzustoßen und eine Kultur des wertschätzenden Miteinanders durch Diversity Management voranzubringen.“

Der Völklinger Kreis hat PROUT AT WORK bereits während der Gründungsphase der Stiftung unterstützt. So zum Beispiel 2006, als er im Auftrag der zukünftigen Mitstifter die Markenrechte sicherte, weil PROUT AT WORK noch keine Rechtsform hatte. Der Völklinger Kreis überträgt nun ohne Gegenleistung diese Markenrechte an die Stiftung. Dies soll als Zeichen einer gemeinsamen Vergangenheit und harmonischen Zukunft gelten.

Kein Panzer weniger wegen Diversity Management

VK unterstützt Veranstaltung des Verteidigungsministeriums zu sexueller Vielfalt

 „Ursula von der Leyen macht hier alles richtig“, kommentiert Michael Kauch die Kritik an der Verteidigungsministerin wegen der kommenden Veranstaltung zur Gleichstellung homosexueller Soldatinnen und Soldaten.

Der Völklinger Kreis, der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, unterstützt die von der Ministerin eingeleiteten Maßnahmen für mehr Diversity Management in den Streitkräften nachdrücklich. „Die Belange schwuler und lesbischer Angehöriger der Bundeswehr sind genauso wichtig wie die anderer Soldatinnen und Soldaten.“

Peinlich und entlarvend sei die Kritik an der Ministerin. „Der frühere Generalinspekteur der Bundewehr, Harald Kujat, versteigt sich zu der Aussage, Homosexuelle würden in den Streitkräften nicht diskriminiert – man fragt sich, warum er diesen überraschenden Erfolg dann nicht auf einer öffentlichen Veranstaltung diskutieren will“, so Kauch.

Dass der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, wegen verzögerter Rüstungsprojekte meint, es gebe verfehlte Prioritäten, findet der VK-Vorsitzende ebenso abwegig:

„Es gibt keinen Panzer weniger wegen Diversity Management. Kein neues Gewehr wird früher oder später angeschafft, wenn sich die Ministerin um das Wohl aller ihrer Soldaten kümmert.“

Ehe jetzt öffnen, Diversity Management auch im Mittelstand verankern

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat heute eine repräsentative Umfrage zur Haltung der Bevölkerung zu homo- und bisexuellen Menschen vorgestellt. Der Völklinger Kreis (VK) begrüßt die hohe Zustimmung in der Bevölkerung zur Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. Gleichzeitig gibt es Licht und Schatten bei Haltungen, die für die Arbeitswelt von Bedeutung sind.

„Die Eheöffnung ist überfällig, die Bundesregierung muss jetzt handeln“, erklärt Michael Kauch, Vorsitzender des Völklinger Kreises. Aus Sicht des Berufsverbandes schwuler Führungskräfte und Selbständiger ist dies erforderlich, um berufliche Nachteile für Lesben und Schwule zu vermeiden.

„Die Lebenspartnerschaft als Familienstand führt zu einem Zwangsouting im Betrieb. Gerade bei Betrieben in kirchlicher Trägerschaft – vom Pflegeheim bis zum Krankenhaus – führt das zu unmittelbaren Gefahren für den Arbeitsplatz. Das deutsche Recht erschwert zudem die Berufstätigkeit Deutscher im Ausland. Nachdem zahlreiche Staaten weltweit die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet haben, wird die deutsche Lebenspartnerschaft zum Teil nicht anerkannt.So gibt es in den USA Probleme, eine Aufenthaltsgenehmigung für den Partner zu erhalten. Sich zwischen Partnerschaft oder Karriere entscheiden zu müssen – das ist nicht hinnehmbar.“

Für die Arbeitswelt bietet die Umfrage ansonsten Licht und Schatten. Jeder achte Befragte empfindet es als unangenehm, einen schwulen Kollegen zu haben.

„Das ist zwar eine Minderheit, diese Zahl kann einem schwulen Mitarbeiter dennoch Probleme am Arbeitsplatz bereiten. Umso wichtiger ist es, Akzeptanz gegenüber Lesben und Schwulen durch ganzheitliches Diversity Management in möglichst vielen Unternehmen zu verankern – auch im Mittelstand“, so Michael Kauch.

Er sieht die privaten und öffentlichen Arbeitgeber in der Pflicht: „Wenn Diskriminierungsschutz in den Unternehmen gut funktioniert und mit der Wertschätzung von Vielfalt Hand in Hand geht, kann man sich bürokratische Regelungen sparen.“

Positiv sei es, dass trotz massiver Kampagnen rechtspopulistischer Aktivisten fast 90 Prozent das Ziel unterstützen, in Schulen Akzeptanz gegenüber Lesben, Schwulen und Bisexuellen zu vermitteln. „Denn eine solche Schulaufklärung legt den Grundstein für ein späteres gutes Miteinander im Betrieb.“