Kein Panzer weniger wegen Diversity Management

VK unterstützt Veranstaltung des Verteidigungsministeriums zu sexueller Vielfalt

 „Ursula von der Leyen macht hier alles richtig“, kommentiert Michael Kauch die Kritik an der Verteidigungsministerin wegen der kommenden Veranstaltung zur Gleichstellung homosexueller Soldatinnen und Soldaten.

Der Völklinger Kreis, der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, unterstützt die von der Ministerin eingeleiteten Maßnahmen für mehr Diversity Management in den Streitkräften nachdrücklich. „Die Belange schwuler und lesbischer Angehöriger der Bundeswehr sind genauso wichtig wie die anderer Soldatinnen und Soldaten.“

Peinlich und entlarvend sei die Kritik an der Ministerin. „Der frühere Generalinspekteur der Bundewehr, Harald Kujat, versteigt sich zu der Aussage, Homosexuelle würden in den Streitkräften nicht diskriminiert – man fragt sich, warum er diesen überraschenden Erfolg dann nicht auf einer öffentlichen Veranstaltung diskutieren will“, so Kauch.

Dass der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, wegen verzögerter Rüstungsprojekte meint, es gebe verfehlte Prioritäten, findet der VK-Vorsitzende ebenso abwegig:

„Es gibt keinen Panzer weniger wegen Diversity Management. Kein neues Gewehr wird früher oder später angeschafft, wenn sich die Ministerin um das Wohl aller ihrer Soldaten kümmert.“

Ehe jetzt öffnen, Diversity Management auch im Mittelstand verankern

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat heute eine repräsentative Umfrage zur Haltung der Bevölkerung zu homo- und bisexuellen Menschen vorgestellt. Der Völklinger Kreis (VK) begrüßt die hohe Zustimmung in der Bevölkerung zur Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. Gleichzeitig gibt es Licht und Schatten bei Haltungen, die für die Arbeitswelt von Bedeutung sind.

„Die Eheöffnung ist überfällig, die Bundesregierung muss jetzt handeln“, erklärt Michael Kauch, Vorsitzender des Völklinger Kreises. Aus Sicht des Berufsverbandes schwuler Führungskräfte und Selbständiger ist dies erforderlich, um berufliche Nachteile für Lesben und Schwule zu vermeiden.

„Die Lebenspartnerschaft als Familienstand führt zu einem Zwangsouting im Betrieb. Gerade bei Betrieben in kirchlicher Trägerschaft – vom Pflegeheim bis zum Krankenhaus – führt das zu unmittelbaren Gefahren für den Arbeitsplatz. Das deutsche Recht erschwert zudem die Berufstätigkeit Deutscher im Ausland. Nachdem zahlreiche Staaten weltweit die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet haben, wird die deutsche Lebenspartnerschaft zum Teil nicht anerkannt.So gibt es in den USA Probleme, eine Aufenthaltsgenehmigung für den Partner zu erhalten. Sich zwischen Partnerschaft oder Karriere entscheiden zu müssen – das ist nicht hinnehmbar.“

Für die Arbeitswelt bietet die Umfrage ansonsten Licht und Schatten. Jeder achte Befragte empfindet es als unangenehm, einen schwulen Kollegen zu haben.

„Das ist zwar eine Minderheit, diese Zahl kann einem schwulen Mitarbeiter dennoch Probleme am Arbeitsplatz bereiten. Umso wichtiger ist es, Akzeptanz gegenüber Lesben und Schwulen durch ganzheitliches Diversity Management in möglichst vielen Unternehmen zu verankern – auch im Mittelstand“, so Michael Kauch.

Er sieht die privaten und öffentlichen Arbeitgeber in der Pflicht: „Wenn Diskriminierungsschutz in den Unternehmen gut funktioniert und mit der Wertschätzung von Vielfalt Hand in Hand geht, kann man sich bürokratische Regelungen sparen.“

Positiv sei es, dass trotz massiver Kampagnen rechtspopulistischer Aktivisten fast 90 Prozent das Ziel unterstützen, in Schulen Akzeptanz gegenüber Lesben, Schwulen und Bisexuellen zu vermitteln. „Denn eine solche Schulaufklärung legt den Grundstein für ein späteres gutes Miteinander im Betrieb.“

Um der Betroffenen willen: schnell entschädigen

Völklinger Kreis fordert schnellen Beschluss des Entschädigungs- und Rehabilitationsgesetzes für aufgrund des §175 verurteilte Männer

Der Völklinger Kreis (VK), der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, hat im Rahmen der Verbändebeteiligung den Referentenentwurf zum StrRehaHomG an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz geschickt. Der Verband lobt die Dynamik, mit der dieses Gesetz noch vor der Sommerpause in Kraft treten soll.

VK-Vorstand Alf Spröde sieht das als unabdingbar:

„Die Generation, die am stärksten von der beschämenden Rechtsprechung betroffen war, ist heute hochbetagt. Viele der damals Verfolgten und Verurteilten leben nicht mehr. Das Wichtigste ist es, die Rehabilitierung und Entschädigung schnell zu beschließen und auch schnell und unkompliziert umzusetzen. Der Nachweis soll einfach sein, die Antragstellung kann durch eidesstattliche Erklärung begonnen werden. Die Haushaltsmittel für die individuelle Entschädigung sind schon geplant, das zeigt die Ernsthaftigkeit des Justizministers. Die Kehrseite: Die Pauschalierung führt zu niedrigen Entschädigungen. Was völlig fehlt ist eine Kollektiventschädigung. Diese schulden wir den Männern, die die Rehabilitierung nicht mehr erleben. Das Stiftungskapital der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld sollte deutlich angehoben werden.“

Für viele Betroffene sei nicht nur durch die Verurteilung selbst, sondern auch durch die dauernde Angst vor Verfolgung das Leben zur Qual geworden. Spröde ergänzt:

„Diese Menschen haben oft nicht die Karriere gemacht, die sie machen wollten. Die ständige Angst sich zu exponieren, erkannt zu werden, hat zu Existenzen im Schatten geführt. Oft sind Homosexuelle nicht verhaftet worden, haben aber dennoch heute weniger zum Leben als sie es sich eigentlich hätten erarbeiten können. Viele leben heute in Einsamkeit und relativer Armut. Deshalb ist es für uns wichtig, dass die Entschädigung auch als Rente ausgezahlt werden kann und die Auszahlung nicht auf Altersrente und Sozialleistungen angerechnet wird.“

Max-Spohr-Preis 2016 verliehen

Berliner Verkehrsbetriebe und EY überzeugen Jury mit vorbildlichem Diversity Management

M. Weber (VK-Vorstand), T. Mareck (BVG), Dr. R. Leroux (Jury), B. Gölden (BVG), N. Schilling (EY), C. Kremer (EY), OB U. Sierau (Stadt Dortmund), M. Voll (Jury), Dr. D. Jakobs (Daimler), M. Kauch (VK-Vorstand), S. Hildebrandt (Jury)

Der Völklinger Kreis (VK), der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, hat am Freitagabend die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Unternehmensberatung EY mit dem Max-Spohr-Preis ausgezeichnet.

Zum neunten Mal seit 2001 wurden damit in den Kategorien öffentliche Arbeitgeber und Wirtschaftsunternehmen Preisträger für ihr vorbildliches Diversity Management ausgezeichnet.

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei einem vorurteilsfreien und wertschätzenden Arbeitsumfeld für die lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Beschäftigten (LSBTI).

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer festlichen Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Bundesministers der Justiz und für Verbraucherschutz, Heiko Maas, im Dortmunder Rathaus statt. Gastgeber waren die letzten Preisträger Daimler und die Stadt Dortmund.

Matthias Weber, Vorstand Diversity und stellvertretender Vorsitzender des Berufsverbandes, bedankt sich bei allen Bewerbern:

„Die Max-Spohr-Preisträger sind wichtige Vorbilder für Unternehmen jeder Größe und auch alle öffentliche Arbeitgeber. Sie stehen hinter ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleich welcher sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität – auch wenn es von außen einmal Gegenwind gibt.“

Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner beim Preisträger EY, erklärt:

„Ein vorurteilsfreies, offenes und für wirklich alle Mitarbeiter durchlässiges Arbeitsumfeld ist ein Gewinn für alle. Menschlich wie wirtschaftlich. Schließlich liegen die Vorteile einer LSBTI-freundlichen Unternehmenskultur auf der Hand. Wie man es auch dreht und wendet: Es gibt absolut keinen Grund, sich nicht zu engagieren.“

BVG-Bereichsleiter Torsten Mareck ergänzt:

„Diversity ist für die BVG sehr viel mehr als ein Schlagwort – es ist unser Alltag. Bei uns sind alle Menschen willkommen, ganz gleich wie sie aussehen, woher sie kommen, wen oder wie sie lieben. Das gilt für unsere jährlich rund eine Milliarde Fahrgäste, das gilt aber auch für die ca. 14.000 Menschen, die bei uns arbeiten und unsere Stadt rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr in Bewegung halten. Und wir sind – zugegeben – schon ein bisschen stolz darauf, sagen zu können: Unsere BVG ist bunt wie unsere Stadt.“

Rehabilitierung der Opfer des §175 StGB: Entschädigungsregelungen nachbessern

Der Völklinger Kreis (VK), der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, hat eine schnelle Rehabilitierung der Opfer des früheren § 175 StGB gefordert. Der VK-Vorsitzende Michael Kauch betonte:

„Schon der Respekt vor dem Alter vieler noch lebender Männer, die nach § 175 StGB verurteilt wurden, gebietet dies. Sie wurden ihrer Berufs- und Lebenschancen beraubt.“ Deshalb müsse das Gesetzgebungsverfahren jetzt zügig vorangetrieben werden.

Der VK fordert allerdings eine Nachbesserung der Entschädigungsregelungen. Alf Spröde, Politik-Vorstand des VK, erklärt dazu:

„Wir begrüßen pauschalierte Zahlungen für die noch lebenden Opfer. Sie sollten aber die Wahl bekommen, die Entschädigung auch als Rente zu erhalten. Diese soll dann nicht auf Sozialleistungen angerechnet werden. Entsprechende Regelungen gibt es bereits bei anderen Entschädigungszahlungen.“

Außerdem, so Spröde, müsse der Staat mit einer kollektiven Entschädigung dazu beitragen, über die Ungerechtigkeiten aufzuklären, die Einzelschicksale für kommende Generationen durch Bildung und Forschung zu dokumentieren und eine Wiederholung zu verhindern. „Dazu muss eine nennenswerte Aufstockung des Stiftungskapitals der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld erfolgen, alternativ eine langfristige Zusage für Projektförderungen an die Stiftung“, fordert VK-Vorstand Alf Spröde.

Neuer Vorstand des Völklinger Kreises

VK feiert 25-jähriges Jubiläum – Schwule Führungskräfte fordern schnelle Entschädigung der Opfer des früheren §175 Strafgesetzbuch

Der Völklinger Kreis (VK), der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, hat einen neuen Vorstand. Bei der Mitgliederversammlung am Wochenende in Berlin wählte die VK-Mitgliederversammlung den selbständigen Unternehmensberater und ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Michael Kauch zum Vorsitzenden.

Zu Stellvertretern gewählt wurden Matthias Weber aus Dortmund, Regionaldirektor einer großen deutschen Bank, und Sebastian Straub aus Stuttgart, der im Export eines multinationalen Chemiekonzerns tätig ist. Weitere Vorstandsmitglieder sind Alf Spröde (selbständiger Coach aus Köln und Kommunalpolitiker bei Bündnis 90/Die Grünen), Robert Dadanski (Logistik-Unternehmer aus Bremen) und Christoph te Heesen (Steuerberater und aktives CDU-Mitglied aus dem Kreis Wesel).

Michael Kauch dankte insbesondere dem ausscheidenden Vorsitzenden René Behr für seine erfolgreiche Arbeit. Behr trat wegen eines beruflichen Wechsels in die Schweiz nicht mehr an.

In einer Resolution forderte die Mitgliederversammlung des VK den Deutschen Bundestag auf, die Rehabilitierung und Entschädigung der von § 175 StGB nach 1949 Betroffenen noch in der laufenden Legislaturperiode zu regeln.

„Schon der Respekt vor dem Alter vieler noch lebender Männer, die nach § 175 StGB verurteilt wurden, gebietet dies. Sie wurden ihrer Berufs- und Lebenschancen beraubt“, betonte VK-Vorsitzender Michael Kauch. Die betroffenen Männer sollten noch zu ihren Lebzeiten rehabilitiert werden und auch durch eine Entschädigung eine späte Genugtuung erfahren.

Ein gerechter, individueller Schadensausgleich sei nach so vielen Jahren kaum vorstellbar und realisierbar. Deshalb begrüßt der Völklinger Kreis die Planung eines pauschalen Schadensausgleichs. Dieses Verfahren sollte ohne großen bürokratischen Aufwand erfolgen, um keine unnötigen Hürden für die Betroffenen aufzubauen. Darüber hinaus regt der Völklinger Kreis an, zusätzliche Mittel für eine Kollektiventschädigung in den Bundeshaushalt einzustellen. Ziel sei es,  über die Ungerechtigkeiten aufzuklären, die Einzelschicksale für kommende Generationen durch Bildung und Forschung zu dokumentieren und eine Wiederholung zu verhindern.

Zuvor feierten am Freitag etwa dreihundert Mitglieder und Gäste aus Unternehmen, Verbänden und Politik das 25-jährige Jubiläum des Verbandes. Die Festrede hielt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Brigitte Zypries.

Die Gratulation aus der Wirtschaft überbrachte Dr. Roland Leroux, Präsident der ULA, der Vereinigung der deutschen Führungskräfteverbände. Beide stellten heraus, wie wichtig ein aktives Diversity Management für die deutsche Wirtschaft ist – für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für den Erfolg der Unternehmen. „Dies zu unterstützen und voranzutreiben, ist und bleibt die zentrale Aufgabe für den VK als Berufsverband“, so Michael Kauch.