DiverseCity: Konferenz für Diversity-Management in Mainz-Wiesbaden

Kooperation und Innovation sind die Schlüssel, um in Unternehmen und Verwaltungen professionalisiertes Diversity-Management nicht nur zu fördern, sondern auch mit Leben zu füllen. Unter diesem Aspekt stand die diesjährige DiverseCity in Mainz-Wiesbaden am 29. September 2023. Es war die erste Präsenzveranstaltung der Reihe seit Corona.

Sie fand statt in Kooperation der beiden Berufsverbände Völklinger Kreis e.V. und Wirtschaftsweiber e.V. zusammen mit der Landeshauptstadt Mainz und der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Die DiverseCity ist der Diversity-Management-Kongress mit Best Practices, Vorstellung neuester Studienergebnisse sowie Networking. Diese wendet sich an Entscheider*innen, Diversity‐Verantwortliche, Führungskräfte und interessierte Mitarbeiter*innen aus Unternehmen, Kommunen und Verbänden. Dieses Mal hatten sich ca. 100 Teilnehmende in der Mainzer Rheingoldhalle eingefunden.

Eröffnet wurde die DiverseCity durch Frank Janßen, Vorstand Völklinger Kreis und Tanja Bauer, Vorständin Wirtschaftsweiber, sowie dem Oberbürgermeister der Stadt Mainz Herr Nino Haase. Tanja Bauer moderierte die Veranstaltung und führte uns gekonnt durch das Programm.

Zu Beginn sprach Prof. Dr. Frohn, der uns die die aktuelle Diversity-Studie des Instituts für Diversity- & Antidiskriminierungsforschung vorstellte und die Ergebnisse erläuterte, kommentierte und bewertete. Damit konnten die Teilnehmer*innen einen guten Einblick in die Thematik und die Bedeutung von Diversity-Management gewinnen.

Anschließend berichteten uns Vertreter*innen der Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden, der R+V Versicherung und der DB-Cargo über das Diversity-Management in ihren Organisationen. Die Ansätze für erfolgreiches Diversity Management, die uns berichtet wurden, waren individuell und auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse der jeweiligen Organisationen zugeschnitten. Dennoch, so vielfältig und unterschiedlich wie diese Firmen und Behörden sind, eines erwies sich als wesentlich: Engagement, Commitment und Vorbildsverhalten der Entscheidungsträger*innen sind wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiches und nachhaltiges Diversity-Management.

Die Veranstaltung wurde durch eine spannende Panel-Diskussion ergänzt, an der die Referenten als auch Frau Gläser von der Polizei Rheinland-Pfalz und Frau Tablack vom Queeren Zentrum Wiesbaden teilnahmen.

Regen Anklang fand die Möglichektie, sich in den Pausen bei Kaffee und Gebäck oder kühlen Getränken gegenseitig auszutauschen und Kontakte aufzubauen oder zu vertiefen. Gegen Ende der Veranstaltung wurde der Wunsch nach einer Folgeveranstaltung geäußert

Nach der offiziellen Veranstaltung nutzen die beiden Berufsverbände Völklinger Kreis e.V. und Wirtschaftsweiber e.V. ein gemeinsames Abendessen im Restaurant Heiliggeist, um das Networking zu vertiefen und über weitere Kooperationsmöglichkeiten zu diskutieren, um das Diversity-Management in der Region stärker zu fördern.

 

Unser Dank geht an Clara Perl von den Wirtschaftsweibern Rhein-Main und den Mitgliedern der Regionalgruppe Mainz-Wiesbaden im Völklinger Kreis, Andreas Link und Ulrich Fassbinder. Was sie geleistet haben, kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Die ganze Zeit, von 9h am Morgen bis spät nach 18h am Abend, waren sie mit viel Liebe zum Detail und starkem Einsatz im Dauerstress unterwegs.

VK-Vorstandsvorsitzender zu Besuch in Wien: 25 Jahre AGPRO und EPBN Jahresversammlung

Matthias Weber und Kurt Siering vor dem österreichischen Parlament

Diese Woche war unser Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering zu Besuch in Wien, um an zwei wichtigen Veranstaltungen teilzunehmen.

Vorsitzender des Vorstands Völklinger Kreis Kurt Siering mit AGPRO Präsident Wittich Mahlknecht und EPBN Präsident Matthias Weber.

Am Mittwoch war er Gast der Jubiläumsveranstaltung der AGPRO „25 Jahre LGBTIQ+ in der Wirtschaft“ im österreichischen Parlament. Es ist eine große Würdigung, dass diese Veranstaltung hier stattfinden konnte. Dies zeigt, wie viel in den letzten 25 Jahren erreicht wurde und wie gut die AGPRO heutzutage in das politische Netzwerk Österreichs eingebunden ist.

Die Begrüßung erfolgte durch Doris Bures, zweite Präsidentin des Nationalrates. Das Symposium unterteilte sich in zwei große Themen-Bereiche. Zum einen ging es “Über die politische Zukunft der LGBTIQ+ Community”. Hier hielt Alma Zadic, Österreichs Bundesministerin für Justiz, zu Beginn ein Impuls-Statement. Im zweiten Themen-Bereich ging es um “Das westliche Wirtschaftssystem unterm Regenbogen”. Hier sprach der Präsident des EPBN (European Pride Business Network) Matthias Weber (ebenfalls im VK-Vorstand) ein Impuls-Statement und VK-Mitglied Jens Schadendorf hielt eine Keynote.

Am Donnerstag ging es dann weiter zur Jahresversammlung 2023 des EPBN. Unter der Leitung von EPBN-Präsident Matthias Weber und der stellvertretenden Vorsitzenden Steffi Grimm besprachen Kurt Siering und Vertreter:innen aller 13 Mitgliedsorganisationen aus 10 Ländern in einer hypriden Veranstaltung die zukünftige Entwicklung des EPBN und dessen Engagement, die Gleichstellung und Inklusivität von LGBTIQ+ in der Geschäftswelt zu fördern. In diesem Rahmen hat Kurt Siering den Teilnehmenden den VK vorgestellt.

EPBN Präsident Matthias Weber bei seinem Impuls-Statement auf dem AGPRO-Symposium.

Am Abend wurde dann gefeiert. Die AGPRO lud zur Party. Gegründet 1998, setzt sich die AGPRO seit einem Vierteljahrhundert für LGBTIQ+ am Arbeitsplatz ein.

EPBN-Jahresversammlung im Hyprid-Format

Ihr Engagement für Inklusivität und Gleichberechtigung hat den Weg für positive Veränderungen in der Geschäftswelt Österreichs ermöglicht.

Wir gratulieren der AGPRO zu ihrem 25-jährigen Jubiläum. Ebenfalls danken wir den Organisatoren der EPBN für die gelungene Jahresversammlung.

 

Regionalratstagung des Völklinger Kreis in Nürnberg

Zweimal im Jahr tagt der Regionalrat des Völklinger Kreis. Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit. In Nürnberg fand die zweite Regionalratstagung dieses Jahres statt. In einem Konferenzraum mit großartigem Blick über die Dächer der Altstadt von Nürnberg tauschten sich die Teilnehmer zu aktuellen Themen im Verband aus.

Kernthemen waren dieses Mal die bevorstehende DiverseCity Mainz-Wiesbaden (https://diversecity.de/diversecity-mainz-wiesbaden-2023/) und selbstverständlich die anstehende Mitgliederversammlung des VK in Bremen.

Für das Rahmenprogramm wurde durch das Organisationsteam eine Führung durch die Altstadt von Nürnberg organisiert.

Zur DiverseCity gab Hansgeorg Schaller vom Projektteam der DiverseCity der Regionalgruppe Mainz-Wiesbaden den Mitgliedern des Regionalrats einen guten Einblick in Umfang und Stand der Organisation eines solchen Events. Die DiverseCity wird in der Regel von einem Team einer Regionalgruppe in Zusammenarbeit mit dem Diversity-Vorstand des VK organisiert. Dank zahlreicher Detailinformationen konnten sich die Teilnehmer ein gutes Bild über den zu erwartenden Organistionsumfang einer solchen Veranstaltung machen.

Später berichtete der Vorstand über die Themen der anstehenden Mitgliederversammlung in Bremen. Interessensschwerpunkt war dabei das Projekt X zur Modernisierung des Verbands. Die Veranstaltung des Projekt X ist zwar nicht Teil der Mitgliederversammlung, wird aber nach der Mitgliederversammlung am Nachmittag stattfinden. Alle interessierten Mitglieder sind hierzu herzlich eingeladen. Den Teilnehmern des Regionalrats wurden an diesem Wochenende die Ergebnisse der Anfang des Jahres durchgeführten Meinungsumfrage vorab präsentiert. Diese bilden die Basis für die Nachmittags-Veranstaltung in Bremen. Den anwesenden Mitgliedern werden dort die Erkenntnisse und erarbeiteten Hypothesen vorgestellt, welche dann gemeinsam diskutiert werden. Die Ergebnisse dieses Diskurses werden in den kommenden zwölf Monaten weiter ausgearbeitet und sollen auf der MV 2024 zur Wahl gestellt werden. (Weitere Informationen zum aktuellen Stand hier: https://www.vk-online.de/projekt-x-der-voelklinger-kreis-modernisiert-sich-ein-update/)

Die Regionalratssprecher bedanken sich bei den anwesenden Regionalkoordinatoren und Fachgruppenleitern für ihre Teilnahme und den Organisatoren für deren Arbeit, welche diesen Regionalrat erst möglich machte.

 

Der nächste Regionalrat findet statt am:

  1. – 24.3. im Hospitalhof in Stuttgart.

 

Über den Regionalrat:

Den Regionalrat bilden die Vertreter der einzelnen Regionalgruppen, also in der Regel die Regionalkoordinatoren. Zweimal im Jahr treffen sie sich zusammen mit den Mitgliedern des Vorstands. Der Ehrenrat und die Leiter der Fachgruppen sind ebenfalls eingeladen. Bei den Sitzungen des Regionalrats werden die anstehenden Themen und Projekte, die sowohl bundesweit als auch für die einzelnen Regionalgruppen interessant sind, besprochen und auch verabschiedet. Zudem berichten die Mitglieder des Vorstands über ihre Arbeit, die Regionalkoordinatoren tauschen sich zudem über ihre Erfahrungen in den Regionen aus. Die Abstimmung des Vereinslebens zwischen allen aktiven Gruppen wird so wesentlich durch den Regionalrat bestimmt.

Der Sprecher des Regionalrats und seine Stellvertreter vertreten den Regionalrat gegenüber dem Vorstand und werden in ihrer Funktion auch tatkräftig in die Vorstandsarbeit eingebunden, so dass eine enge Rückkopplung zwischen Vorstand und den Regionalgruppen möglich wird. Die Koordination der Arbeiten in den Regionalgruppen, den Fachgruppen und im Bundesverband selbst wird so wesentlich unterstützt.

Das Gremium Regionalrat hat weitere wichtige organisatorische Aufträge. Falls ein Vorstandsmitglied ausscheidet oder zurücktritt, fällt dem Regionalrat die Aufgabe zu, einen Nachfolger bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung zu bestimmen. Sollte der gesamte Vorstand zurücktreten, so wird der Regionalrat innerhalb eines Monats eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Daneben führt er in diesem Fall bis zur Neuwahl des Vorstands kommissarisch die Geschäfte des Vereins.

Projekt X: Der Völklinger Kreis modernisiert sich – ein Update

Auf der letztjährigen Mitgliederversammlung verpflichtete sich der amtierende Vorstand, den VK fit für die Zukunft zu machen und ihn an den gesellschaftlichen und beruflichen Herausforderungen der Zeit auszurichten. Hierfür wurde das Projekt X initiiert. Die Arbeitsgruppe Projekt X agiert als Thinktank des Verbands, in dem sich Mitglieder unterschiedlicher Fach- und Regionalgruppen, Interessen und Alter engagieren können, um Wege der Veränderung anzustoßen.

Projektleiter der Gruppe sind unser Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering und die beiden Vorstände Malte Siekaup und Dr. Frank Janßen. Dies unterstreicht die Bedeutung dieser Arbeitsgruppe für die zukünftige Entwicklung des Verbands.

Mit der Umfrage fing es an.

Das Projekt startete zum Jahresanfang mit einem umfangreichen Fragebogen, welchen die Mitglieder des VK online ausfüllen konnten. Über 260 Mitglieder des Verbands kamen der Bitte nach und gaben der Arbeitsgruppe so die Gelegenheit, einen tiefen Einblick in die Sichtweisen der Mitglieder zu erhalten. Diese Umfrage bildet die Grundlage für weiterführende Überlegungen.

Letztes Wochenende fand in Düsseldorf nun das erste von zwei Treffen im Vorfeld der diesjährigen Mitgliederversammlung statt. Zehn Mitglieder der Arbeitsgruppe nahmen an diesem als Zukunftswerkstatt angelegten Workshop teil.

Unter der Anleitung von Fr. Westphal, Expertin für Organisationsentwicklung und Teambildung, evaluierten die Teilnehmer zuerst die wichtigsten Problemfelder, welche sich durch die Umfrage zeigten. Im nächsten Schritt priorisierten sie diese in intensiver Gruppenarbeit und entwickelten erste Lösungsansätze, diese anzugehen. Am Ende hatte die Gruppe erfolgreich Themenstellungen priorisiert und Diskursräume definiert, in welchen das weitere Vorgehen abgebildet werden kann.

Der nächste Schritt in diesem Verfahren erfolgt beim  anstehenden Treffen in München. Auch hier sind die Mitglieder der Gruppe eingeladen, sich für einen Workshop zusammenzufinden. Moderiert von Dr. Kirsten Schrick wird sich die Gruppe den evaluierten Problemen über den systemischen Blickwinkel nähern und die definierten Diskursräume weiterentwickeln und Arbeitshypothesen entwickeln.

Wir laden ein zum offenen Diskurs während der Mitgliederversammlung in Bremen.

Erstes großes Etappenziel ist im Weiteren dann der Nachmittag des offenen Diskurses anläßlich der diesjährigen Mitgliederversammlung in Bremen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe stellen die erarbeiteten Arbeitshypothesen vor und gehen mit den teilnehmenden Mitgliedern des Verbands hierzu in Dialog. Die zuvor definierten Diskursräume werden mit Leben gefüllt, Rückmeldungen der Mitglieder werden aufgenommen, offen und struturiert diskutiert.

Die Ergebnisse dieses offenen Diskurses werden von Projekt X in der Folge weiter präzisiert und zu Entscheidungsvorlagen verdichtet und am Ende des Prozesses in einem Jahr auf der Mitgliederversammlung 2024 zur Abstimmung gebracht.

Projekt X freut sich über weitere Teammitglieder.

Auch wenn bereits mehrere Treffen stattfanden: Projekt X ist weiterhin für alle Mitglieder offen, die sich aktiv und mit viel Engagement beteiligen wollen, den Verband fit für die Herausforderungen in Gesellschaft und Beruf zu machen. Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsstelle unter buero@vk-online.de

Ebenfalls rufen wir alle Mitglieder auf, sich am Nachmittag der Mitgliederversammlung in Bremen am offenen Diskurs zu beteiligen, um an der Zukunft des VK mitzuwirken.

EPBN-Dachverband mit neuem Mitglied

Der Völklinger Kreis freut sich, als Gründungsmitglied unseres Dachverbands EPBN (European Pride Business Network), mitteilen zu können, dass das EPBN seine Familie um einen neuen Mitgliedsverband erweitert hat.

Die EPBN-Vorstandsmitglieder haben einstimmig beschlossen, den Antrag der Federacja Znaki Równościści (Föderation Zeichen der Gleichheit) anzunehmen, der ersten polnischen Föderation, die 12 Organisationen vereint, die sich unermüdlich für die LGBTQ+ Gemeinschaft einsetzen.

Federacja Znaki Równości setzt sich für den Aufbau einer offenen und vielfältigen Gesellschaft ein, die frei von jeglicher Form der Diskriminierung ist, wobei der Schwerpunkt auf der Bekämpfung von Diskriminierung aufgrund von Sexualität und Geschlecht liegt.

Aufgabe der Organisation ist es, eine sichtbare und sozial engagierte Gemeinschaft zu formen und zu integrieren, die ihren Wert anerkennt und für ihre Rechte kämpft. Sie hat bemerkenswerte Initiativen ins Leben gerufen, darunter ihr Vorzeigeprojekt, das Krakauer LGBT+-Gemeinschaftszentrum DOM EQ. Dieses Zentrum dient als sicherer Hafen und bietet der LGBTQ+-Gemeinschaft in Krakau die Möglichkeit zur Zusammenkunft.

Aber das ist nicht alles, was sie bewirken. Federacja Znaki Równosci führt auch Schulungsmaßnahmen für internationale Unternehmen mit Niederlassungen in Polen durch, bei denen sie über Inklusion, Vielfalt, integrative Sprache und die Schaffung eines LGBTQ+-freundlichen Arbeitsumfelds aufklärt. Ihr Fachwissen und ihre Erfahrung vor Ort werden zweifelsohne wertvolle Perspektiven einbringen.

Unser Vorstand für Internationales und Wirtschaftsverbände und ebenfalls Präsident des EPBN Matthias Weber über den Neuzugang:

„Wir freuen uns, Federacja Znaki Równości in der EPBN-Familie begrüßen zu dürfen. Ihr Engagement für die Schaffung einer inklusiven Gesellschaft deckt sich perfekt mit unseren Zielen und unserem Auftrag. Gemeinsam können wir einen bedeutenden Beitrag zur Förderung der Rechte von LGBTQ+ in Polen und ganz Europa leisten.“

Geschäftsführer von Federacja Znaki Równości Mateusz Gedzba hierzu:

„Der Beitritt zu EPBN bietet uns eine Plattform, um unsere Stimmen zu verstärken und mit gleichgesinnten Organisationen zusammenzuarbeiten. Gemeinsam werden wir uns weiterhin für eine Gesellschaft einsetzen, in der sich jeder akzeptiert und wertgeschätzt fühlt, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.“

Diversity Management in Deutschland – Herausforderung auch für den Mittelstand – Völklinger Kreis veröffentlicht neue Studie

Der Völklinger Kreis, Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, hat heute seine empirische Studie „Diversity Management in Deutschland und Nordrhein-Westfalen – Der Umgang mit Vielfalt in Großunternehmen, KMU und im öffentlichen Sektor“ veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA).
Der Völklinger Kreis veröffentlicht damit bereits zum vierten Mal mit wissenschaftlicher Methodik erhobene Daten und ihre Auswertung. Jeweils im zeitlichen Abstand mehrerer Jahre legt diese Studienreihe den Blick auf ganzheitliches Diversity Management in deutschen Unternehmen.

Seit Beginn dieser Studienreihe zum Thema Diversity Management vor 12 Jahren hat sich die Unternehmenswelt bereits deutlich gewandelt. Vor allem für große Unternehmen ist Diversity Management kein Fremdwort mehr. In dieser neuen Studie werden dieses Mal auch KMU (kleine und mittlere Unternehmen) berücksichtigt. Damit bildet der Mittelstand einen Analyseschwerpunkt, um herauszufinden, wie dieser weitaus größte Teil an Unternehmen in Deutschland (ca. 95 % der deutschen Unternehmen werden zu KMU gezählt) Diversity in ihre Unternehmenskultur einbindet. Darüber hinaus wird auch ein Blick auf Verwaltungen gerichtet und wie sie Diversity Management in ihre Prozesse integriert haben und leben.

Die Studie zeigt insgesamt, dass das Wissen zum Thema Diversity Management ausbaufähig ist, Firmen jedoch zunehmend ein ganzheitliches Diversity Management etablieren. KMU zeigen hier noch deutlichen Nachholbedarf. Als Motive für ein Diversity Management wurden ideelle Werte wie Gleichstellung und wirtschaftliches Interesse, aber auch besonders der Fachkräftemangel genannt. Großunternehmen nannten Größe und eine fehlende Nähe zu den Beschäftigten als Hinderungsgründe, KMU führten hier eher finanzielle und personelle Ressourcen als Problem an. Ferner wurde klar, dass besonders bei KMU oftmals keine Handlungsstrategie und damit verbunden auch keine Instrumente und Maßnahmen für ein Diversity Management vorhanden sind, sie aber eine bessere Vernetzung mit Netzwerkstellen und Organisationen zum Thema Diversity Management zeigen.

Die Studie wurde finanziell gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, für Vielfalt und Chancengerechtigkeit einzutreten und unterstützt daher Beratungsangebote rund um das Thema Diversity und LSBTIQ* in kleinen und mittleren Unternehmen in NRW. Hierfür wurde die Netzwerkstelle UNTERNEHMEN VIELFALT eingerichtet, die KMU aus Nordrhein-Westfalen Beratung und Unterstützung bei der Einführung von Diversity Management mit Fokus LSBTIQ* bietet.

Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW: „Unsere Gesellschaft ist bunt – und sie wird weiter bunter. Der demographische Wandel, die Pluralisierung von Lebensmodellen und die weltweite Globalisierung haben unsere Gesellschaft verändert und werden sie weiter verändern. Vielfalt ist eine gesellschaftliche Realität, die aber auch gestaltet werden muss. In einer chancengerechten Gesellschaft haben Ausgrenzungen und Diskriminierungen, zum Beispiel aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft oder sexueller Identität keinen Platz. Gutes Diversity Management ist deshalb nicht nur Aufgabe großer Unternehmen. Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren davon, wenn sie Diversity Management als Erfolgsfaktor erkennen und nutzen.”

Vor allem junge Arbeitskräfte werden heutzutage auch ohne persönliche Betroffenheit die Inklusion sexueller Minderheiten im Unternehmen ihrer Wahl prüfen, weil sie wissen, dass dann auch andere Diversity-Kategorien berücksichtigt werden. Dies gilt umso mehr für die Generation Z, die die zukünftige Generation an Mitarbeiter:innen und Leadern in den Unternehmen stellen wird. Die Generation Z hat, mehr noch als die nun bereits etablierten Millennials den Anspruch, dass Vielfalt und Inklusion gelebt wird.

Als Bundesverband schwuler Führungskräfte leistet der Völklinger Kreis mit dieser Studie seinen Beitrag zur Vermittlung eines zielführenden und zukunftsweisenden Diversity Managements.
Kurt Siering, Vorsitzender des Völklinger Kreises, weist auf die volkswirtschaftliche Bedeutung eines gelebten Diversity Managements hin: “Unsere wissenschaftliche Studie belegt eindrucksvoll, dass vor allem auch im Zeichen des immer stärker zunehmenden Fachkräftemangels in Deutschland auch in mittelständischen Betrieben ein ganzheitliches Diversity Management vorteilhaft ist. Dieses fördert die Bereitschaft der Mitarbeiter:innen, sich an Unternehmen stärker zu binden und mit dem Unternehmen zu identifizieren”.

Mittelständlern mit Unternehmensstandorten außerhalb attraktiver Metropolen wird es, so Siering weiter, ,,leichter fallen, junge und hochqualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen und so ihre Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu sichern.”

 

Download der Studie unter:
vk-online.de/diversity-management-studie-download/

Webseite von Unternehmen Vielfalt NRW:
Unternehmen-Vielfalt.nrw

EPBN-Webinar gibt Einblick in die Diversity-Arbeit vor Ort in Kroatien und Slowenien

Bereits zum zweiten Mal fand am 13. Februar ein Webinar des EPBN statt. Das European Pride Business Network bietet mit diesen Webinaren interessierten Mitgliedern der Partnerverbände Einblick in aktuelle Entwicklungen bei LGBTIQ+ im europäischen Raum. Auch dieses Mal hatten sich wieder zahlreiche Interessierte zusammengefunden, darunter mehrere Mitglieder des Völklinger Kreis und der Wirtschaftsweiber. Persönlich sind mir aufgrund meiner Arbeit als Referent für den Völklinger Kreis solche direkten Einblicke sehr wichtig. Gerade hinsichtlich der Arbeit unserer osteuropäischen Partnerverbände kann man hier Informationen aus erster Hand erhalten, welche es ansonsten kaum in die Medien Westeuropas schaffen.

Beim diesmaligen Webinar berichteten Referent:innen über die Arbeit vor Ort in Kroatien und Slowenien. Anja Mihalovic stellte zu Beginn der Veranstaltung ihre Organisation Common Zone aus Kroatien und deren Ziele vor. Im anschließenden Vortrag von Emina Herrmann ging es dann im Detail um die Umsetzung eines Projekts von Common Zone, der „LGBTIQ Work Equality Alliance“ und die Erfahrungen daraus.

„LGBTIQ Work Equality Alliance“ unterstützt die Umsetzung von Bildungsmaßnahmen für Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen im privaten, öffentlichen und zivilen Sektor und arbeitet dabei eng mit der LGBTIQ+ Community zusammen. Herrmann machte deutlich, dass es sich bei ihrer Arbeit oftmals um fundamentale Aufklärung handelt und dass Probleme wie z.B. Diskriminierung nicht nur „körperliche Gewalt“ bedeuten, sondern sich in vielfacher Gestalt zeigen können – oftmals unbewußt auch für die Diskriminierenden selbst.

Als dritte Referentin sprach Petra Polanic. Sie konkretisierte Herausforderungen vor Ort und bestätigte in vielen Teilen die geschilderten Erfahrungen auch für Slowenien. Sie ist dort Programmkoordinatorin für Sichtbarkeit und Bildung über Vielfalt in Organisationen.

Es bestätigte sich in diesem Webinar erneut, wie wichtig Projektarbeit wie die von Common Zone ist. Sie wird benötigt, um das Bewusstsein für Diskriminierung am Arbeitsplatz zu schärfen.

Weitere Informationen zur Arbeit des European Pride Business Networks und kommende Termine unter

EPBN.eu

 

 

#weRemember: Verfolgte sexuelle Minderheiten zum ersten Mal im Mittelpunkt der Gedenkstunde im Bundestag am 27. Januar

In einer emotionalen Gedenkstunde erinnerte der Bundestag am letzten Freitag an die Opfer des Nationalsozialismus. Für den Völklinger Kreis nahm unser Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering an der Veranstaltung teil.

Zum ersten Mal seit der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 78 Jahren und 27 Jahre nachdem der Holocaust-Gedenktag in Deutschland eingeführt wurde, standen im Mittelpunkt der Gedenkstunde Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. 

Während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 wurden Homosexuelle am stärksten in der deutschen Geschichte verfolgt. So verurteilte die NS-Justiz z.B. über 50.000 Männer. Ca. 10.000 bis 15.000 schwule Männer kamen in Konzentrationslager. Tausende von ihnen überlebten diese Gefangenschaft nicht.

In ihrer Ansprache sagte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, dass es kein Ende des Erinnerns aller Opfer geben darf. Gegenüber der Presse betonte sie, dass Angehörige sexueller Minderheiten lange vergebens auf die Anerkennung als Opfer der Nationalsozialisten gewartet hätten. «Für unsere Erinnerungskultur ist es wichtig, dass wir die Geschichten aller Verfolgten erzählen», mahnte die SPD-Politikerin. Es sei die Aufgabe jeder Generation, sich von neuem mit den Verbrechen der Geschichte auseinanderzusetzen. Ein solcher Schwerpunkt im Gedenken wurde bereits 2018 mittels Petition gefordert. Das damalige Bundestagspräsidium unter Wolfgang Schäuble, CDU, ließ sich jedoch nicht dazu bewegen.

Als erste Gastrednerin der Gedenkstunde kam die Holocaust-Überlebende Rozette Kats zu Wort. Sie berichtete, wie sie als kleines Mädchen bei einem Ehepaar in Amsterdam überlebte, welches sie als ihr eigenes Kind ausgab. Ihre leiblichen Eltern wurden in Auschwitz ermordet. Aufgrund der Erfahrungen in ihrem eigenen Leben, in welchem sie erst viel später ihre wahre Identität als Jüdin annahm, setzt sie sich auch für sexuelle Minderheiten ein.

Weiter sprachen Schauspieler Jannik Schümann und Schauspielerin Maren Kroymann. Beide schilderten anhand der Biografien von Karl Gorath und Mary Pünjer, wie der Nationalsozialismus queere Minderheiten verfolgte.

So wurde z.B. Karl Gorath 1934 mit 22 Jahren nach §175 verurteilt. Nach erneuter Anzeige erfolgte eine Verurteilung zu drei Jahren Zuchthaus. Danach kam er 1943 in “polizeiliche Vorbeugungshaft” in KZ Neuengamme bei Hamburg und dann weiter nach Ausschwitz. Er überlebte.1946 wurde er dann von dem gleichen Richter, welcher ihn bereits zur NS-Zeit verurteilte, erneut verurteilt. Vorbestraft fand er in der späteren Bundesrepublik nur schwer Arbeit. Er verstarb verarmt 2003.

Die mit einem Deutschen verheiratete Jüdin Mary Pünjer, von der Maren Kroymann berichtete, wurde 1940 verhaftet. Wenn auch Jüdin, war die Begründung: Asozial und aktive Lesbe. Nach ihrer Verurteilung wurde sie im KZ Ravensbrück interniert. Dort wurde sie Anfang 1942 für die “Sonderbehandlung 14f13“ selektiert und im Frühjahr in der „Landes-Heil- und Pflegeanstalt“ Bernburg (Saale) ermordet.

Nach diesen aufwühlenden Biografien sprach Klaus Schirdewahn als Vertreter der queeren Community über die Bedeutung des Gedenkens an die im Nationalsozialismus verfolgten sexuellen Minderheiten. Er selbst wurde aufgrund des §175 noch 1964 verhaftet. Der Paragraph blieb auch in der nach dem Krieg entstandenen Bundesrepublik Deutschland bestehen und wurde erst 1994 gestrichen.

Vorstandsvorsitzender Kurt Siering hierzu: “Eine würdige und wichtige Veranstaltung, die 27 Jahre nach Einführung des Gedenktages endlich die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgten Menschen in den Mittelpunkt stellt. Leider kommt die Anerkennung des geschehenen Unrechts für viele Betroffene zu spät.”

Für nach der Veranstaltung im Bundestag hatten der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zur Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen aufgerufen. Zahlreiche Menschen, darunter auch unser Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering, Vorstand Alf Spröde und weitere Mitglieder des Völklinger Kreis folgten dem Aufruf.

Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Der Völklinger Kreis legte ebenfalls einen Kranz am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen nieder.

v.l.n.r.: Vorstand Alf Spröde und Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering nach der Kranzniederlegung.

Viele Menschen waren dem Aufruf zum Stillen Gedenken gefolgt. Darunter auch die US-Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland Dr. Amy Gutmann (rechts im Bild).

Angebot an alle VK-Mitglieder: Dachverband EPBN startet Webinar-Reihe für internationalen Austausch zu aktuellen Themen

Im November begann der europäische Dachverband EPBN (European Pride Business Network) die neue Webinar-Reihe zum internationalen Austausch und Networking seiner Mitglieder. Das Konzept sieht vor, den Mitgliedern der im Dachverband organisierten nationalen Verbände im zwei-Monats-Intervall Webinare zu aktuellen Themen anzubieten. Der Völklinger Kreis ist Gründungsmitglied des EPBN. Alle VK-Mitglieder sind herzlich eingeladen, an diesem Austausch teilzuhaben.

Matthias Weber, Vorstand des Völklinger Kreis für „Internationales“ im VK und Präsident des europäischen Dachverbandes EPBN hierzu: „Vernetzung und best practice-Austausch sind uns sowohl im Völklinger Kreis als auch im EPBN ein wichtiges Anliegen.“

Das erste Webinar dieser Reihe zu spannenden Themen mit internationalem Bezug hatte Ende November Premiere und war sehr erfolgreich. Teilnehmer:innen aus neun Nationen Europas bekamen die Chance, sich zu vernetzen und erlebten drei spannende Referentinnen und Referenten:

ORAM: So stellte sich der internationale Hilfsverein für queere Geflüchtete „ORAM“ vor, der aktuell besonders in Deutschland aktiv ist und queere Geflüchtete aus der Kriegsregion Ukraine unterstützt (mehr über ORAM erfahrt Ihr hier: https://www.oramrefugee.org).

EUROPRIDE 2023: Der Cheforganisator des nächsten EUROPRIDE 2023 in Malta berichtete vom Stand der Planungen und welche Themen aktuell vorgesehen sind. Der EUROPRIDE in Malta findet statt vom 07. bis 17. September 2023. (weitere Informationen findet Ihr hier: https://www.europride2023.mt).

EPBN: Präsident des Dachverbands Matthias Weber berichtete über die positiven Entwicklungen im EPBN und die nächsten nationalen Mitglieder, die sich für eine Mitgliedschaft bewerben.

Die kommenden Webinare werden in den VK-Medien rechtzeitig angekündigt. Informationen findet Ihr aber immer auch bei EPBN selbst: www.epbn.eu

Bischöfe verabschieden Neufassung des Kirchlichen Arbeitsrechts

Bewegt sie sich doch?

Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hat eine Neufassung des kirchlichen Arbeitsrechts beschlossen. Es scheint, dass ein stetiger Druck selbst auf die Römisch-Katholische Kirche so wirken kann, dass wir hier Bewegung in einem Feld des parallelen Arbeitsrechts erleben können.

„Allerdings kann es sich hier nur um einen ersten Schritt zu einem diversen und diskriminierungsfreien Arbeitsumfeld handeln“, so Politikvorstand Alf Spröde, „da es sich bei dieser Neufassung zum einen NUR um eine Empfehlung handelt, die in dieser Form von den einzelnen (Erz-)Bistümern eigenständig rechtgültig umgesetzt werden müssen, zum anderen lässt die Formulierung der Neufassung (Art 7) auch noch zu viel Interpretationsspielraum zu, um hier wirkliche Rechtssicherheit für Queere Menschen zu erkennen.“

Der Völklinger Kreis steht hier weiterhin an der Seite von #outinchurch um die weitere Entwicklung und besonders die Umsetzung des erneuerten Arbeitsrechts in der Römisch-Katholischen Kirche in Deutschland kritisch zu begleiten.