Diversity Management in Deutschland – Herausforderung auch für den Mittelstand – Völklinger Kreis veröffentlicht neue Studie

Der Völklinger Kreis, Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbständiger, hat heute seine empirische Studie „Diversity Management in Deutschland und Nordrhein-Westfalen – Der Umgang mit Vielfalt in Großunternehmen, KMU und im öffentlichen Sektor“ veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA).
Der Völklinger Kreis veröffentlicht damit bereits zum vierten Mal mit wissenschaftlicher Methodik erhobene Daten und ihre Auswertung. Jeweils im zeitlichen Abstand mehrerer Jahre legt diese Studienreihe den Blick auf ganzheitliches Diversity Management in deutschen Unternehmen.

Seit Beginn dieser Studienreihe zum Thema Diversity Management vor 12 Jahren hat sich die Unternehmenswelt bereits deutlich gewandelt. Vor allem für große Unternehmen ist Diversity Management kein Fremdwort mehr. In dieser neuen Studie werden dieses Mal auch KMU (kleine und mittlere Unternehmen) berücksichtigt. Damit bildet der Mittelstand einen Analyseschwerpunkt, um herauszufinden, wie dieser weitaus größte Teil an Unternehmen in Deutschland (ca. 95 % der deutschen Unternehmen werden zu KMU gezählt) Diversity in ihre Unternehmenskultur einbindet. Darüber hinaus wird auch ein Blick auf Verwaltungen gerichtet und wie sie Diversity Management in ihre Prozesse integriert haben und leben.

Die Studie zeigt insgesamt, dass das Wissen zum Thema Diversity Management ausbaufähig ist, Firmen jedoch zunehmend ein ganzheitliches Diversity Management etablieren. KMU zeigen hier noch deutlichen Nachholbedarf. Als Motive für ein Diversity Management wurden ideelle Werte wie Gleichstellung und wirtschaftliches Interesse, aber auch besonders der Fachkräftemangel genannt. Großunternehmen nannten Größe und eine fehlende Nähe zu den Beschäftigten als Hinderungsgründe, KMU führten hier eher finanzielle und personelle Ressourcen als Problem an. Ferner wurde klar, dass besonders bei KMU oftmals keine Handlungsstrategie und damit verbunden auch keine Instrumente und Maßnahmen für ein Diversity Management vorhanden sind, sie aber eine bessere Vernetzung mit Netzwerkstellen und Organisationen zum Thema Diversity Management zeigen.

Die Studie wurde finanziell gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, für Vielfalt und Chancengerechtigkeit einzutreten und unterstützt daher Beratungsangebote rund um das Thema Diversity und LSBTIQ* in kleinen und mittleren Unternehmen in NRW. Hierfür wurde die Netzwerkstelle UNTERNEHMEN VIELFALT eingerichtet, die KMU aus Nordrhein-Westfalen Beratung und Unterstützung bei der Einführung von Diversity Management mit Fokus LSBTIQ* bietet.

Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW: „Unsere Gesellschaft ist bunt – und sie wird weiter bunter. Der demographische Wandel, die Pluralisierung von Lebensmodellen und die weltweite Globalisierung haben unsere Gesellschaft verändert und werden sie weiter verändern. Vielfalt ist eine gesellschaftliche Realität, die aber auch gestaltet werden muss. In einer chancengerechten Gesellschaft haben Ausgrenzungen und Diskriminierungen, zum Beispiel aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft oder sexueller Identität keinen Platz. Gutes Diversity Management ist deshalb nicht nur Aufgabe großer Unternehmen. Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren davon, wenn sie Diversity Management als Erfolgsfaktor erkennen und nutzen.”

Vor allem junge Arbeitskräfte werden heutzutage auch ohne persönliche Betroffenheit die Inklusion sexueller Minderheiten im Unternehmen ihrer Wahl prüfen, weil sie wissen, dass dann auch andere Diversity-Kategorien berücksichtigt werden. Dies gilt umso mehr für die Generation Z, die die zukünftige Generation an Mitarbeiter:innen und Leadern in den Unternehmen stellen wird. Die Generation Z hat, mehr noch als die nun bereits etablierten Millennials den Anspruch, dass Vielfalt und Inklusion gelebt wird.

Als Bundesverband schwuler Führungskräfte leistet der Völklinger Kreis mit dieser Studie seinen Beitrag zur Vermittlung eines zielführenden und zukunftsweisenden Diversity Managements.
Kurt Siering, Vorsitzender des Völklinger Kreises, weist auf die volkswirtschaftliche Bedeutung eines gelebten Diversity Managements hin: “Unsere wissenschaftliche Studie belegt eindrucksvoll, dass vor allem auch im Zeichen des immer stärker zunehmenden Fachkräftemangels in Deutschland auch in mittelständischen Betrieben ein ganzheitliches Diversity Management vorteilhaft ist. Dieses fördert die Bereitschaft der Mitarbeiter:innen, sich an Unternehmen stärker zu binden und mit dem Unternehmen zu identifizieren”.

Mittelständlern mit Unternehmensstandorten außerhalb attraktiver Metropolen wird es, so Siering weiter, ,,leichter fallen, junge und hochqualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen und so ihre Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu sichern.”

 

Download der Studie unter:
vk-online.de/diversity-management-studie-download/

Webseite von Unternehmen Vielfalt NRW:
Unternehmen-Vielfalt.nrw

EPBN-Webinar gibt Einblick in die Diversity-Arbeit vor Ort in Kroatien und Slowenien

Bereits zum zweiten Mal fand am 13. Februar ein Webinar des EPBN statt. Das European Pride Business Network bietet mit diesen Webinaren interessierten Mitgliedern der Partnerverbände Einblick in aktuelle Entwicklungen bei LGBTIQ+ im europäischen Raum. Auch dieses Mal hatten sich wieder zahlreiche Interessierte zusammengefunden, darunter mehrere Mitglieder des Völklinger Kreis und der Wirtschaftsweiber. Persönlich sind mir aufgrund meiner Arbeit als Referent für den Völklinger Kreis solche direkten Einblicke sehr wichtig. Gerade hinsichtlich der Arbeit unserer osteuropäischen Partnerverbände kann man hier Informationen aus erster Hand erhalten, welche es ansonsten kaum in die Medien Westeuropas schaffen.

Beim diesmaligen Webinar berichteten Referent:innen über die Arbeit vor Ort in Kroatien und Slowenien. Anja Mihalovic stellte zu Beginn der Veranstaltung ihre Organisation Common Zone aus Kroatien und deren Ziele vor. Im anschließenden Vortrag von Emina Herrmann ging es dann im Detail um die Umsetzung eines Projekts von Common Zone, der „LGBTIQ Work Equality Alliance“ und die Erfahrungen daraus.

„LGBTIQ Work Equality Alliance“ unterstützt die Umsetzung von Bildungsmaßnahmen für Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen im privaten, öffentlichen und zivilen Sektor und arbeitet dabei eng mit der LGBTIQ+ Community zusammen. Herrmann machte deutlich, dass es sich bei ihrer Arbeit oftmals um fundamentale Aufklärung handelt und dass Probleme wie z.B. Diskriminierung nicht nur „körperliche Gewalt“ bedeuten, sondern sich in vielfacher Gestalt zeigen können – oftmals unbewußt auch für die Diskriminierenden selbst.

Als dritte Referentin sprach Petra Polanic. Sie konkretisierte Herausforderungen vor Ort und bestätigte in vielen Teilen die geschilderten Erfahrungen auch für Slowenien. Sie ist dort Programmkoordinatorin für Sichtbarkeit und Bildung über Vielfalt in Organisationen.

Es bestätigte sich in diesem Webinar erneut, wie wichtig Projektarbeit wie die von Common Zone ist. Sie wird benötigt, um das Bewusstsein für Diskriminierung am Arbeitsplatz zu schärfen.

Weitere Informationen zur Arbeit des European Pride Business Networks und kommende Termine unter

EPBN.eu

 

Beitrag von Mischa Gawronski, Referent Gst. Völklinger Kreis

#weRemember: Verfolgte sexuelle Minderheiten zum ersten Mal im Mittelpunkt der Gedenkstunde im Bundestag am 27. Januar

In einer emotionalen Gedenkstunde erinnerte der Bundestag am letzten Freitag an die Opfer des Nationalsozialismus. Für den Völklinger Kreis nahm unser Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering an der Veranstaltung teil.

Zum ersten Mal seit der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 78 Jahren und 27 Jahre nachdem der Holocaust-Gedenktag in Deutschland eingeführt wurde, standen im Mittelpunkt der Gedenkstunde Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. 

Während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 wurden Homosexuelle am stärksten in der deutschen Geschichte verfolgt. So verurteilte die NS-Justiz z.B. über 50.000 Männer. Ca. 10.000 bis 15.000 schwule Männer kamen in Konzentrationslager. Tausende von ihnen überlebten diese Gefangenschaft nicht.

In ihrer Ansprache sagte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, dass es kein Ende des Erinnerns aller Opfer geben darf. Gegenüber der Presse betonte sie, dass Angehörige sexueller Minderheiten lange vergebens auf die Anerkennung als Opfer der Nationalsozialisten gewartet hätten. «Für unsere Erinnerungskultur ist es wichtig, dass wir die Geschichten aller Verfolgten erzählen», mahnte die SPD-Politikerin. Es sei die Aufgabe jeder Generation, sich von neuem mit den Verbrechen der Geschichte auseinanderzusetzen. Ein solcher Schwerpunkt im Gedenken wurde bereits 2018 mittels Petition gefordert. Das damalige Bundestagspräsidium unter Wolfgang Schäuble, CDU, ließ sich jedoch nicht dazu bewegen.

Als erste Gastrednerin der Gedenkstunde kam die Holocaust-Überlebende Rozette Kats zu Wort. Sie berichtete, wie sie als kleines Mädchen bei einem Ehepaar in Amsterdam überlebte, welches sie als ihr eigenes Kind ausgab. Ihre leiblichen Eltern wurden in Auschwitz ermordet. Aufgrund der Erfahrungen in ihrem eigenen Leben, in welchem sie erst viel später ihre wahre Identität als Jüdin annahm, setzt sie sich auch für sexuelle Minderheiten ein.

Weiter sprachen Schauspieler Jannik Schümann und Schauspielerin Maren Kroymann. Beide schilderten anhand der Biografien von Karl Gorath und Mary Pünjer, wie der Nationalsozialismus queere Minderheiten verfolgte.

So wurde z.B. Karl Gorath 1934 mit 22 Jahren nach §175 verurteilt. Nach erneuter Anzeige erfolgte eine Verurteilung zu drei Jahren Zuchthaus. Danach kam er 1943 in “polizeiliche Vorbeugungshaft” in KZ Neuengamme bei Hamburg und dann weiter nach Ausschwitz. Er überlebte.1946 wurde er dann von dem gleichen Richter, welcher ihn bereits zur NS-Zeit verurteilte, erneut verurteilt. Vorbestraft fand er in der späteren Bundesrepublik nur schwer Arbeit. Er verstarb verarmt 2003.

Die mit einem Deutschen verheiratete Jüdin Mary Pünjer, von der Maren Kroymann berichtete, wurde 1940 verhaftet. Wenn auch Jüdin, war die Begründung: Asozial und aktive Lesbe. Nach ihrer Verurteilung wurde sie im KZ Ravensbrück interniert. Dort wurde sie Anfang 1942 für die “Sonderbehandlung 14f13“ selektiert und im Frühjahr in der „Landes-Heil- und Pflegeanstalt“ Bernburg (Saale) ermordet.

Nach diesen aufwühlenden Biografien sprach Klaus Schirdewahn als Vertreter der queeren Community über die Bedeutung des Gedenkens an die im Nationalsozialismus verfolgten sexuellen Minderheiten. Er selbst wurde aufgrund des §175 noch 1964 verhaftet. Der Paragraph blieb auch in der nach dem Krieg entstandenen Bundesrepublik Deutschland bestehen und wurde erst 1994 gestrichen.

Vorstandsvorsitzender Kurt Siering hierzu: “Eine würdige und wichtige Veranstaltung, die 27 Jahre nach Einführung des Gedenktages endlich die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgten Menschen in den Mittelpunkt stellt. Leider kommt die Anerkennung des geschehenen Unrechts für viele Betroffene zu spät.”

Für nach der Veranstaltung im Bundestag hatten der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zur Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen aufgerufen. Zahlreiche Menschen, darunter auch unser Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering, Vorstand Alf Spröde und weitere Mitglieder des Völklinger Kreis folgten dem Aufruf.

Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Der Völklinger Kreis legte ebenfalls einen Kranz am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen nieder.

v.l.n.r.: Vorstand Alf Spröde und Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering nach der Kranzniederlegung.

Viele Menschen waren dem Aufruf zum Stillen Gedenken gefolgt. Darunter auch die US-Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland Dr. Amy Gutmann (rechts im Bild).

Angebot an alle VK-Mitglieder: Dachverband EPBN startet Webinar-Reihe für internationalen Austausch zu aktuellen Themen

Im November begann der europäische Dachverband EPBN (European Pride Business Network) die neue Webinar-Reihe zum internationalen Austausch und Networking seiner Mitglieder. Das Konzept sieht vor, den Mitgliedern der im Dachverband organisierten nationalen Verbände im zwei-Monats-Intervall Webinare zu aktuellen Themen anzubieten. Der Völklinger Kreis ist Gründungsmitglied des EPBN. Alle VK-Mitglieder sind herzlich eingeladen, an diesem Austausch teilzuhaben.

Matthias Weber, Vorstand des Völklinger Kreis für „Internationales“ im VK und Präsident des europäischen Dachverbandes EPBN hierzu: „Vernetzung und best practice-Austausch sind uns sowohl im Völklinger Kreis als auch im EPBN ein wichtiges Anliegen.“

Das erste Webinar dieser Reihe zu spannenden Themen mit internationalem Bezug hatte Ende November Premiere und war sehr erfolgreich. Teilnehmer:innen aus neun Nationen Europas bekamen die Chance, sich zu vernetzen und erlebten drei spannende Referentinnen und Referenten:

ORAM: So stellte sich der internationale Hilfsverein für queere Geflüchtete „ORAM“ vor, der aktuell besonders in Deutschland aktiv ist und queere Geflüchtete aus der Kriegsregion Ukraine unterstützt (mehr über ORAM erfahrt Ihr hier: https://www.oramrefugee.org).

EUROPRIDE 2023: Der Cheforganisator des nächsten EUROPRIDE 2023 in Malta berichtete vom Stand der Planungen und welche Themen aktuell vorgesehen sind. Der EUROPRIDE in Malta findet statt vom 07. bis 17. September 2023. (weitere Informationen findet Ihr hier: https://www.europride2023.mt).

EPBN: Präsident des Dachverbands Matthias Weber berichtete über die positiven Entwicklungen im EPBN und die nächsten nationalen Mitglieder, die sich für eine Mitgliedschaft bewerben.

Die kommenden Webinare werden in den VK-Medien rechtzeitig angekündigt. Informationen findet Ihr aber immer auch bei EPBN selbst: www.epbn.eu

Bischöfe verabschieden Neufassung des Kirchlichen Arbeitsrechts

Bewegt sie sich doch?

Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hat eine Neufassung des kirchlichen Arbeitsrechts beschlossen. Es scheint, dass ein stetiger Druck selbst auf die Römisch-Katholische Kirche so wirken kann, dass wir hier Bewegung in einem Feld des parallelen Arbeitsrechts erleben können.

„Allerdings kann es sich hier nur um einen ersten Schritt zu einem diversen und diskriminierungsfreien Arbeitsumfeld handeln“, so Politikvorstand Alf Spröde, „da es sich bei dieser Neufassung zum einen NUR um eine Empfehlung handelt, die in dieser Form von den einzelnen (Erz-)Bistümern eigenständig rechtgültig umgesetzt werden müssen, zum anderen lässt die Formulierung der Neufassung (Art 7) auch noch zu viel Interpretationsspielraum zu, um hier wirkliche Rechtssicherheit für Queere Menschen zu erkennen.“

Der Völklinger Kreis steht hier weiterhin an der Seite von #outinchurch um die weitere Entwicklung und besonders die Umsetzung des erneuerten Arbeitsrechts in der Römisch-Katholischen Kirche in Deutschland kritisch zu begleiten.

Future-Leaders-Wochenende: „Was macht einen Arbeitgeber wirklich attraktiv?“

Das Future-Leaders-Programm 2023 hatte bereits so einiges zu bieten. Am Wochenende vom 4ten bis 6ten November veranstaltete der Völklinger Kreis ein weiteres Event für zukünftige Führungskräfte. Dank unseres Sponsors, der HDI Versicherung, einmal mehr eine Möglichkeit sich live zu sehen und zu netzwerken.

Gemeinsam mit der Head of Diversity der HDI, Raha Anssari, sind wir der Frage nachgegangen:

V.l.n.r.: Vorstand Matthias Weber, Raha Anssari (Head of Diversity der HDI) und Future-Leaders-Organisator Nicolai Tschirner

„Was macht einen Arbeitgeber wirklich attraktiv?“
In einem Workshop haben mehrere Gruppen Ideen zur Arbeitgeberattraktivität erarbeitet und die beste Idee wurde mit einem Preis durch die Jury gekürt. Diese bestand aus Raha Anssari, zwei Vorständen des Völklinger Kreis und dem Organisationsteam des Future-Leaders-Programms Nicolai Tschirner und Dennis Terhoeven.

Am Sonntag stand ein gemeinsames Training mit der Fachgruppe Young Professionals auf dem Plan. Vermittelt wurde Aspekte der Empathischen Führung, sowie Gestik und Mimik im Arbeitsalltag. Auch hier bestätigte sich wieder die Erkenntnis Paul Watzlawiks, dass „man nicht nicht kommunizieren kann“. Unsere Trainingsleiterin Christiane Bundies zeigte in anschaulichen und witzigen Beispielen Tipps und Tricks auf, wie Gestik und Mimik im Berufsleben gelesen und genutzt werden kann. So zeigte sie z. B. auf, dass wir in den aktuell vermehrt stattfindenden digitalen Meetings dazu neigen, unsere Mimik zu vergessen und welche Veränderungen in der Kommunikation sich daraus ergeben.

Ein großes Dankeschön an die HDI sowie unsere Vorstände und Mentoren, welche uns dank ihrer Unterstützung in der Planung und Durchführung dieses Wochenende ermöglicht haben.

Die Geschäftsstelle dankt Nicolai Tschirner für diesen Beitrag.

Staffelstabsübergabe im Vorstand – Perspektivwechsel beim Völklinger Kreis

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Völklinger Kreis am 8. Oktober 2022 in Frankfurt am Main wurde von unseren Mitgliedern ein neuer Vorstand gewählt. Unser neuer Vorsitzender des Vorstands Kurt Siering und sein Vorgänger Matthias Weber haben nun die Chance ergriffen, im persönlichen Interview mit Marc Kirch vom LIVE Stadtmagazin sich über die Entstehung, Entwicklung und Mission unseres Berufsverbands zu unterhalten.

In dem ausführlichen Gespräch geben beide einen Einblick in die Arbeit des Völklinger Kreis, der nicht nur für Außenstehende wichtige Informationen zu unseren Aktivitäten liefert. So sprechen beide über Kernthemen des Verbands, nämlich über die Herausforderungen für Schwule in der Arbeitswelt als auch Diversity in Unternehmen – aber auch über aktuelle gesellschaftliche Themen wie z. B. Homosexualität und die Fussball-WM.

Journalist Marc Kirch bei Matthias Weber in Düsseldorf ganz privat.

Konkret geht Matthias Weber z. B. auf die Herausforderungen im Verband ein, als durch die Coronakrise kurzfristig neue Möglichkeiten für die Mitglieder gefunden werden mussten, miteinander zu arbeiten. Und Kurt Siering betont, von Marc Kirch zu seinen Zielen als frisch gewählter Vorsitzender des Völklinger Kreises befragt, die Relevanz des Völklinger Kreises zu stärken. Es gelte, langjährige Mitglieder zu aktivieren und stärker in die Aktivitäten von Fach- und Regionalgruppen einzubinden, neuen Mitgliedern durch das Netzwerk Impulse für ihre Führungsarbeit zu geben und jungen Führungskräften, die am Beginn ihrer Karriere stehen, den Mehrwert einer Mitgliedschaft im VK nahezubringen.

Es entwickelt sich ein spannender Austausch, in welchem sich die beiden auch hinsichtlich ihrer sehr unterschiedlich erlebten Coming-outs in der Arbeitswelt äußern.

Das ganze Interview findet sich hier: www.live-magazin.de/perspektivwechsel-beim-voelklinger-kreis-e-v

Veränderung und Kontinuität: Völklinger Kreis e.V. setzt neue Schwerpunkte, um sich den Herausforderungen in Beruf, Politik und Gesellschaft zu stellen.

Der Völklinger Kreis wählt neuen Vorstand.

„Wir befinden uns inmitten großer gesellschaftlicher Veränderungen. Fortschritte in der Akzeptanz schwuler Männer in Führungsrollen in Politik und Wirtschaft wurden erreicht, sind aber immer noch nicht selbstverständlich. Der Völklinger Kreis stellt sich dieser Situation.“ erklärte Kurt Siering, Vorsitzender des Vorstandes des Völklinger Kreis (VK), dem Berufsverband

schwuler Führungskräfte und Selbständiger, nach seiner Wahl auf der Mitgliederversammlung des Verbands in Frankfurt am Main am ersten Oktoberwochenende.

„Ein vielfältiges, wertschätzendes Miteinander in der Berufswelt ist grundlegend für eine moderne Gesellschaft, die den heutigen Herausforderungen der Zeit gewachsen seinwill. Der VK hat hier in den letzten 30 Jahren vieles erreicht. Der neue Vorstand wird den Verband nach innen weiter stärken, Diversität in Unternehmen und Verwaltungen fördern, seine Aktivitäten an die aktuelle Situation anpassen und bei Bedarf intensivieren“, so der neue Vorsitzende, selbst ehemaliger Geschäftsführer in einer deutschen Großbank, weiter.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und den erstarkenden reaktionären Kräften in Teilen Europas betonte der im Amt bestätigte Politikvorstand Alf Spröde: „Vieles, wenn auch nicht genügend, wurde in Deutschland für LSBTIQ in den letzten Jahren erreicht. Angesichts zunehmender Homo- und Transfeindlichkeit positioniert sich der Völklinger Kreis für weitere Schritte zugunsten einer diskriminierungsfreien diversen Gesellschaft. Wir unterstützen aktiv die Ergänzung des Grundgesetzes Art 3 um das Merkmal der sexuellen Identität, den nationalen Aktionsplan der Bundesregierung gegen Homo- und Transfeindlichkeit und stehen mit unseren Werten jeder Form von Hass und Diskriminierung gegenüber.

In Frankfurt am Main wählten die Mitglieder des Verbands für die kommenden zwei Jahre einen neuen Vorstand – mit Kurt Siering als neuem Vorsitzenden, seinen Stellvertretern Lars Molsen und Malte Siekaup sowie Markus Erlenbruch, Dr. Frank Janssen, Alf Spröde und Matthias Weber als weiteren Vorstandsmitgliedern.

 

Foto: Völklinger Kreis

 

DiverseCity: Stadt.Land.Mut.

STADT. LAND. MUT. – Berufliche Chancengleichheit für LGBTIQ+ Personen im ländlichen Raum – Herausforderung und wirtschaftliche Chance von Diversitätsmanagement für Kleinunternehmen und Mittelstand

Unter diesem Thema wurde am 11. August die erste DiverseCity der Regionalgruppe Köln/Bonn live aus Köln gestreamt. Unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin Henriette Reker stehend, entstand die DiverseCity in Mitarbeit des Amtes für Vielfalt und Integration der Stadt Köln.

Ein kurze Zusammfassung von Dr. Frank Janßen und Link zum Video gibt es auf DiverseCity.de

Future Leaders: Mentoring – Ein Gewinn für Jung und Alt

Zwanzig junge Talente sind Anfang des Jahres in dem diesjährigen Future-Leaders-Programm gestartet. Das Interesse daran ist ungebrochen groß !

Neben der Vernetzung untereinander und den Trainings zu Methoden-, Führungs- und Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der Wochenendcamps ist das einjährige Mentorenprogramm das Kernelement des Programms.

Der Völklinger Kreis bietet dafür nahezu perfekte Bedingungen, denn nirgendwo sonst können junge schwule Talente auf eine solch breite Expertise von erfahrenen schwulen Führungskräften und Unternehmern aus nahezu allen Bereichen der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft zurückgreifen und sich direkt mit diesen vernetzen.

Das Interesse der jungen Männer an unserem Mentoringprogramm ist groß, aber auch das Interesse unserer Mitglieder ist vorhanden, sich als Mentoren den Future-Leaders zum Karrierestart zur Seite zu stehen.

„Ich bin überwältigt, wieviele VK´ler sich nach meinem Aufruf in der update und während der letzten Mitgliederversammlung in Erfurt gemeldet haben, um als Mentor an der Seite eines Future-Leaders zur Verfügung stehen zu dürfen“ sagt Holger Reuschling, im Bundesvorstand für den Bereich Nachwuchssicherung verantwortlich.

Unterstützt wurde er bei der Zuordnung von Mentoren und Mentees sowie der methodischen und inhaltichen Vorbereitung der Mentoren von Jochen Velten und Gernot Sendowski , die bereits einige Jahre Mentorenerfahrung  – auch im VK – mitbringen.

Beim Matching der Mentorenpaare wurde auf persönliche und regionale Präferenzen ebenso Rücksicht genommen, wie auf die unterschiedlichen beruflichen Backgrounds. In einer digitalen Session wurden zunächst die Mentoren von Jochen, Gernot und Holger auf ihre Aufgabe vorbereitet, um sie dann in einem weiteren Termin mit „ihren“ Mentees zu vernetzen. Auch für das Netzwerken der Mentoren untereinander soll in diesem Jahr Raum gegeben und entsprechende Plattformen geschaffen werden.

Mit unserem Mentorenprogramm stärken wir eine neue Generation outstanding Leaders und bilden darüber hinaus ein starkes Fundament für einen weiterhin starken Völklinger Kreis, in dem sich genau diese Generation auch künftig vernetzt.

Mitglieder, die sich ebenfalls als Mentoren engagieren möchten, sind herzlich eingeladen, sich bei Holger oder in der Geschäftsstelle zu melden.

 

(Text: Holger Reuschling)